Die Röhrenhirsche
Das ehemalige Führungsduo der deutschen Politik führt seine Rivalitäten nun im Energiesektor weiter. Nach Gerhard Schröder, der das Kanzleramt gegen einen Posten als Interessenvertreter bei Gazprom eintauschte, ist nun die Reihe an Joschka Fischer, der als Berater für die Nabucco-Pipeline wirken wird. "Und die ist sogar bedeutend länger als die seines früheren Chefs", schreibt Die Zeit. Die Röhre, die Gas vom Kaspischen mehr über die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn bis nach Österreich leiten soll, misst "über 3.000 Kilometer. Gerhard Schröders ‘Nord Stream’ in der Ostsee ist nur 1.200 Kilometer lang", frotzelt die Wochenzeitung. "Während der Ex-Bundeskanzler mit der Unterwasserröhre den westeuropäischen Markt immer fester an Russland bindet, wird sein Ex-Vizekanzler nun daran arbeiten, Russlands Marktdominanz im wahrsten Sinne des Wortes zu untergraben." Um wirklich rentabel zu sein ist Nabucco jedoch auf iranisches Gas angewiesen. Nach "den brutalen Szenen der letzten Wochen" eine Gelegenheit für Deutschlands ehemaligen Chef-Diplomaten, aus seinem Erfahrungsschatz zu schöpfen.
Mit der Krise und der hohen Arbeitslosigkeit handeln die jungen Litauer wie einst ihre Vorfahren: Sie wandern aus. Zehntausende, auf der Suche nach einem besseren Leben, wandern jedes Jahr aus, am liebsten auf die britischen Inseln oder nach Skandinavien.
Treffen um Treffen konnte die Eurogruppe die drohende Pleite Griechenlands nicht bannen. Obwohl Athen die Krise größtenteils selbst zu verantworten hat, kann die EU ihre Hände nicht in Unschuld waschen. Konfuse Botschaften und mangelnde Strategie haben ein lösbares Problem in ein explosives Chaos verwandelt.
Zwei Parteien, zwei Standpunkte, zwei Visionen Frankreichs: Leidenschaftlich diskutiert man auch achtzehn Jahre nach der Ermordung von etwa 800.000 Tutsis, welche Rolle Paris damals gespielt hat. Je nach dem Stand der Ermittlungen erscheint diese nämlich stets in einem neuen Licht.