Berlusconis Maulkorb plötzlich kleiner
La Repubblica feiert die "Kehrtwende" der italienischen Regierung bezüglich des "Maulkorbgesetzes". Monatelang hatte die linksliberale Tageszeitung gegen den Gesetzesentwurf gekämpft, der darauf abzielte, die Veröffentlichung von mitgeschnittenen Gesprächen zu verbieten. Aufgrund der Opposition vom "legalistischen" Außenflügel der regierenden PDL (Popolo della Libertà) hat die Regierung nun einen abgeschwächten Text vorgestellt, der es der richterlichen Entscheidung überlässt, heikles Beweismaterial zu "filtern", das nicht veröffentlicht werden kann. Regierungschef Silvio Berlusconi, der selbst zur Zielscheibe unangenehmer Gesprächsanzapfungen geworden war, versteckte seine Enttäuschung nicht: "Noch immer können Italiener nicht frei am Telefon sprechen", zeterte er.
Mit der Krise und der hohen Arbeitslosigkeit handeln die jungen Litauer wie einst ihre Vorfahren: Sie wandern aus. Zehntausende, auf der Suche nach einem besseren Leben, wandern jedes Jahr aus, am liebsten auf die britischen Inseln oder nach Skandinavien.
Treffen um Treffen konnte die Eurogruppe die drohende Pleite Griechenlands nicht bannen. Obwohl Athen die Krise größtenteils selbst zu verantworten hat, kann die EU ihre Hände nicht in Unschuld waschen. Konfuse Botschaften und mangelnde Strategie haben ein lösbares Problem in ein explosives Chaos verwandelt.
Zwei Parteien, zwei Standpunkte, zwei Visionen Frankreichs: Leidenschaftlich diskutiert man auch achtzehn Jahre nach der Ermordung von etwa 800.000 Tutsis, welche Rolle Paris damals gespielt hat. Je nach dem Stand der Ermittlungen erscheint diese nämlich stets in einem neuen Licht.