Deutschland
Präsident mit Denkzettel
1. Juli 2010
Presseurop
Süddeutsche Zeitung
Süddeutsche Zeitung, 1. Juli 2010
Nach einem Monat "Staatskomödie" und drei Wahlgängen in der Bundesversammlung hat sich der Christdemokrat Christian Wulff am 30. Juni mühsam als neuer Präsident durchgesetzt. Er folgt damit Horst Köhler, der Ende Mai überraschend zurückgetreten war. Für den Kandidaten von Angela Merkel ist aber noch nichts gewonnen, meint die Süddeutsche Zeitung. Denn Volkes Zuneigung fliege dem Verlierer zu, Joachim Gauck, Kandidat der Sozialdemokraten. Die Kanzlerin, ihrerseits, ist die Verliererin des Tages, hat "Autorität" und "Zuneigung" verloren, und muss mehr denn je um ihr Amt fürchten.
Mit der Krise und der hohen Arbeitslosigkeit handeln die jungen Litauer wie einst ihre Vorfahren: Sie wandern aus. Zehntausende, auf der Suche nach einem besseren Leben, wandern jedes Jahr aus, am liebsten auf die britischen Inseln oder nach Skandinavien.
Treffen um Treffen konnte die Eurogruppe die drohende Pleite Griechenlands nicht bannen. Obwohl Athen die Krise größtenteils selbst zu verantworten hat, kann die EU ihre Hände nicht in Unschuld waschen. Konfuse Botschaften und mangelnde Strategie haben ein lösbares Problem in ein explosives Chaos verwandelt.
Zwei Parteien, zwei Standpunkte, zwei Visionen Frankreichs: Leidenschaftlich diskutiert man auch achtzehn Jahre nach der Ermordung von etwa 800.000 Tutsis, welche Rolle Paris damals gespielt hat. Je nach dem Stand der Ermittlungen erscheint diese nämlich stets in einem neuen Licht.