EU-Diplomatie, Neues vom Katzentisch
"Bei seinem ersten offiziellen Zusammentreffen mit Präsident Dmitri Medwedew" beim EU-Russland-Gipfel "hat der neue ständige Ratspräsident der Europäischen Union in der Menschenrechtsfrage kein Blatt vor dem Mund genommen", berichtet Le Figaro. Herman Van Rompuy habe unter anderem das Klima der Gesetzlosigkeit in Tschetschenien und im Nord-Kaukasus beklagt. "Eine kurze, aber harsche Deklaration", die die russische Delegation überraschte und den Präsidenten der Europäischen Kommission José Manuel Barroso in Verlegenheit brachte, der sich selbst "nicht zu diesem Thema äußerte." Dennoch, meint Le Soir, schien der Ratspräsident "vom Ereignis überfordert." Er las "seine Rede vom Blatt und verschwand ohne ein weiteres Wort zu verlieren." EU-Außenministerin Catherine Ashton blieb "unsichtbar". Die Tageszeitung aus Brüssel zitiert einen russischen Diplomaten, der "ironisch lächelnd" urteilt, dass sich "die EU-Exekutive noch einarbeiten muss."
Mit der Krise und der hohen Arbeitslosigkeit handeln die jungen Litauer wie einst ihre Vorfahren: Sie wandern aus. Zehntausende, auf der Suche nach einem besseren Leben, wandern jedes Jahr aus, am liebsten auf die britischen Inseln oder nach Skandinavien.
Treffen um Treffen konnte die Eurogruppe die drohende Pleite Griechenlands nicht bannen. Obwohl Athen die Krise größtenteils selbst zu verantworten hat, kann die EU ihre Hände nicht in Unschuld waschen. Konfuse Botschaften und mangelnde Strategie haben ein lösbares Problem in ein explosives Chaos verwandelt.
Zwei Parteien, zwei Standpunkte, zwei Visionen Frankreichs: Leidenschaftlich diskutiert man auch achtzehn Jahre nach der Ermordung von etwa 800.000 Tutsis, welche Rolle Paris damals gespielt hat. Je nach dem Stand der Ermittlungen erscheint diese nämlich stets in einem neuen Licht.