Zidane for President!
Angesichts der verschwindend niedrigen Beteiligung an der Europawahl schreibt Gareth Harding im WSJ Europe, die EU habe zwar Institutionen geschaffen, nicht aber "eine Wählerschaft oder einen Demos". Ein Graben trenne Brüssel von der großen Mehrheit der Europäer, die die Politik aus dem einzig nationalen Blickwinkel betrachteten.
Low Cost-Fluggesellschaften führten währenddessen dazu, dass "die Europäer wie nie zuvor ihren Kontinent bereisen". Der Integrationsprozess auf dem Kontinent schulde Ryanair-Chef Michael O’Leary mindestens ebensoviel wie den Gründungsvätern der Gemeinschaft. Ein weiteres Anzeichen dafür, dass "ein Europa der Völker langsam wachse" sei der Erfolg der Champions League. "Wenn Sport europeanisiert werden kann", folgert Harding, "dann gibt es keinen Einwand, warum es mit der Politik nicht genauso funktionieren könnte. Alles, was uns noch fehlt, ist die politische Entsprechung von Zinedine Zidane".
Zwei Parteien, zwei Standpunkte, zwei Visionen Frankreichs: Leidenschaftlich diskutiert man auch achtzehn Jahre nach der Ermordung von etwa 800.000 Tutsis, welche Rolle Paris damals gespielt hat. Je nach dem Stand der Ermittlungen erscheint diese nämlich stets in einem neuen Licht.
Um das Risiko eines Ausschlusses aus der Eurozone zu verhindern, hat Athen unmittelbar vor dem Treffen der Eurogruppe neuen Sparmaßnahmen zugestimmt. Eine Alternative, welche die heimischen Politiker nicht verhindern konnten, bedauert To Vima.
Indem sie, wie Anfang der Woche EU-Kommissarin Neelie Kroes, den Euro-Austritt Griechenlands in Erwägung ziehen, scheinen die Politiker das Terrain auf diese Eventualität vorbereiten zu wollen. Zum selben Zeitpunkt verhandelt Athen noch mit den privaten Gläubigern über einen Forderungsverzicht.