Osteuropa: Ein Atommülleimer?
Hochgradig radioaktiver Müll aus Kernkraftwerken der ganzen EU sollen in Mittel- oder Osteuropa gelagert werden, titelt die Warschauer Tageszeitung Polska. In dem von der European Repository Development Organisation (ERDO) ausgearbeiteten Programm ist von dieser Möglichkeit die Rede. Ein einziges unterirdisches Atommülllager könnte für die EU zwischen 15 und 25 Milliarden Euro Ersparnisse bedeuten. Das eigentliche Problem liegt jedoch woanders: Eine solche Anlage, in der laut EU-Experten bis 2040 25,6 Tonnen Kernbrennstoff gelagert werden, muss erst einmal gefunden werden. Jährlich müssten etwa fünf Millionen Euro öffentliche Mittel zur Verfügung stehen. Rumänien, Bulgarien, Slowenien und Litauen, aber auch Polen, Italien und Holland sind gerade dabei, über die Durchgangswege, sowie die Bereitstellung eines solchen Geländes zu verhandeln. Für den ehemaligen Präsidenten der polnischen Atomenergie-Agentur – Jerzy Niewodniczański – ist "der beste Standort einer, an dem es gegenwärtig viele Arbeitslose gibt. Schließlich würde der Bau einer solchen Anlage hunderte von neuen Arbeitsplätzen schaffen."
Mit der Krise und der hohen Arbeitslosigkeit handeln die jungen Litauer wie einst ihre Vorfahren: Sie wandern aus. Zehntausende, auf der Suche nach einem besseren Leben, wandern jedes Jahr aus, am liebsten auf die britischen Inseln oder nach Skandinavien.
Treffen um Treffen konnte die Eurogruppe die drohende Pleite Griechenlands nicht bannen. Obwohl Athen die Krise größtenteils selbst zu verantworten hat, kann die EU ihre Hände nicht in Unschuld waschen. Konfuse Botschaften und mangelnde Strategie haben ein lösbares Problem in ein explosives Chaos verwandelt.
Zwei Parteien, zwei Standpunkte, zwei Visionen Frankreichs: Leidenschaftlich diskutiert man auch achtzehn Jahre nach der Ermordung von etwa 800.000 Tutsis, welche Rolle Paris damals gespielt hat. Je nach dem Stand der Ermittlungen erscheint diese nämlich stets in einem neuen Licht.