Mrs. Robinson torpediert den Friedensprozess
Seit fünf Tagen eruiert Nordirland die Auswirkungen des Sexskandals um Iris Robinson. Letzte Woche wurde enthüllt, dass die 60-jährige Gattin des nordirischen Ersten Ministers Peter Robinson nach dem Auffliegen ihrer Affäre mit einem 19-jährigen Katholiken einen Selbstmordversuch verübt hatte. Als Abgeordnete in Westminster und Mitglied der Nordirland-Versammlung in Stormont (nordirisches Parlament) nutzte Frau Robinson ihren politischen Einfluss dazu, ihrem Liebhaber ein Darlehen über 55.000 Euro für eine Firmengründung zu sichern. Am Wochenende, nach welchem sie aus der Democratic Unionist Party ausgeschlossen wurde, berichtete der Belfast Telegraph, sie befinde sich derzeit in "akuter psychiatrischer Behandlung".
Durch den Skandal wurde nicht nur Peter Robinsons Position unhaltbar. Der Erste Minister legte heute Nachmittag sein Amt "für einige Zeit" nieder. Auch der irische Friedensprozess könnte entgleisen, so die Irish Times in Dublin. Sowohl die britische als auch die irische Regierung "unterhalten Kontakte auf hoher Ebene, um sicherzustellen, dass die persönliche und politische Krise, von der die Familie Robinson und die DUP getroffen sind, die Allparteien-Regierung in Stormont nicht zum Einsturz bringt", offenbart die Dubliner Tageszeitung. Gemäß den Bedingungen des Karfreitags-Friedensabkommens regieren Unionisten und Nationalisten gemeinsam über Nordirland. Die DUP und die nationalistische Partei Sinn Féin sind jedoch an einem toten Punkt angelangt, was die die Zukunft der Polizeiarbeit und der Justiz in der Provinz Nordirland betrifft.
Mit der Krise und der hohen Arbeitslosigkeit handeln die jungen Litauer wie einst ihre Vorfahren: Sie wandern aus. Zehntausende, auf der Suche nach einem besseren Leben, wandern jedes Jahr aus, am liebsten auf die britischen Inseln oder nach Skandinavien.
Treffen um Treffen konnte die Eurogruppe die drohende Pleite Griechenlands nicht bannen. Obwohl Athen die Krise größtenteils selbst zu verantworten hat, kann die EU ihre Hände nicht in Unschuld waschen. Konfuse Botschaften und mangelnde Strategie haben ein lösbares Problem in ein explosives Chaos verwandelt.
Zwei Parteien, zwei Standpunkte, zwei Visionen Frankreichs: Leidenschaftlich diskutiert man auch achtzehn Jahre nach der Ermordung von etwa 800.000 Tutsis, welche Rolle Paris damals gespielt hat. Je nach dem Stand der Ermittlungen erscheint diese nämlich stets in einem neuen Licht.