Europarat auf den Spuren der Pandemie
„Sie haben eine Psychose organisiert", titelt die französische Tageszeitung L'Humanité. „Sie", das ist die Lobby der Pharmaindustrie, die Wolfgang Wodarg, Präsident der Gesundheitskommission im Europarat, anklagt. Der deutsche Mediziner, ehemaliges Mitglied der SPD, hat erreicht, dass ein Untersuchungsausschuss die Handhabung der Schweinegrippe (H1N1) durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die einzelnen Staaten näher beleuchtet. Dabei soll insbesondere die Rolle der Pharmaunternehmen in Augenschein genommen werden. In einem langen Interview wirft Wodarg den Unternehmen vor, Experten und Verantwortliche des öffentlichen Gesundheitswesens dazu angestiftet zu haben – teils durch Korruption – die Regierungen in übertriebener Weise auf das Risiko aufmerksam zu machen, damit ihre Medikamente besser verkauft würden. „Als im April die erste Warnung aus Mexiko kam, war ich über die Zahlen, die die WHO als Rechtfertigung zur Ausrufung einer Pandemie angab, überaus überrascht. (…) Es lagen noch nicht einmal tausend Fälle vor, und es wurde schon von der Pandemie des Jahrhunderts gesprochen“, erklärt Wolfgang Wodarg. Er hofft darauf, dass die Untersuchung Licht in diesen „ungeheuren Unwahrheiten-Deal“ bringt.
Mit der Krise und der hohen Arbeitslosigkeit handeln die jungen Litauer wie einst ihre Vorfahren: Sie wandern aus. Zehntausende, auf der Suche nach einem besseren Leben, wandern jedes Jahr aus, am liebsten auf die britischen Inseln oder nach Skandinavien.
Treffen um Treffen konnte die Eurogruppe die drohende Pleite Griechenlands nicht bannen. Obwohl Athen die Krise größtenteils selbst zu verantworten hat, kann die EU ihre Hände nicht in Unschuld waschen. Konfuse Botschaften und mangelnde Strategie haben ein lösbares Problem in ein explosives Chaos verwandelt.
Zwei Parteien, zwei Standpunkte, zwei Visionen Frankreichs: Leidenschaftlich diskutiert man auch achtzehn Jahre nach der Ermordung von etwa 800.000 Tutsis, welche Rolle Paris damals gespielt hat. Je nach dem Stand der Ermittlungen erscheint diese nämlich stets in einem neuen Licht.