Wenn eine Idee Europas, die das tägliche Leben aller europäischen Bürger beeinflusst, Wirklichkeit geworden sein sollte, dann ist es die Mobilität. Der Bau Europas zeigt sich vor allem in der Möglichkeit der Einwohner, sich völlig frei und ohne Schranken zu bewegen, zu reisen, zu arbeiten und zusammen zu leben. Was wäre der Tourismus, wie wir ihn heute mit dem Phänomen der Billigflüge kennen, ohne diese Möglichkeit ? Oder was wäre mit der Perspektive so vieler Osteuropäer, nur zwanzig Jahre nach dem Fall der kommunistischen Regime in andere Länder zu ziehen, um zu arbeiten? Oder auch mit den Erasmus-Programmen, durch die jungen Studenten die Möglichkeit eröffnet wird, in anderen Ländern der Union neue Erfahrungen zu sammeln? All dies würde ohne die EU nicht existieren.
Man sollte dennoch nicht vergessen, dass es außerhalb unserer Grenzen eine andere Wirklichkeit gibt. In der man darum kämpft, auch dem europäischen Traum mit all seinen Annehmlichkeiten anzugehören, insbesondere dem enormen Privileg der Freizügigkeit. In diesem Sommer 2009 kamen ebenso wie schon in vielen Jahren zuvor Schrottkähne voller Migranten, die vor Krieg und Armut flüchteten, an unsere Küsten. Die Immigration ist eine Tatsache, die das Leben der Europäer alltäglich berührt. Trotzdem war bis jetzt die Antwort der EU verhalten und geteilt. Dabei sollte eine gemeinsame Sichtweise geboten sein, die durch Solidarität gegenüber den Ländern – Spanien, Italien, Malta, Griechenland – gekennzeichnet ist, die diese Immigrantenströme an den Südküsten des Mittelmeeres auffangen. Die schwedische Präsidentschaft will sich dafür einsetzen. Wir warten darauf.
S. C.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.