Einer der Schlüssel zum Erfolg des Internets liegt im „neutralen“ Charakter des Netzes. Bei der Einführung des Internets haben die „Gründerväter“ darauf geachtet, dass der Datenfluss, der durch die „Schläuche“ des Netzes strömt, weder blockiert, noch beschädigt oder von den Telefongesellschaften, die sie verwalten, bevorzugt werden, um allen in gleicher Weise den Zugang zum Netz zu ermöglichen. Das Internet konnte sich so frei entwickeln und einen bislang in der industriellen Geschichte der Menschheit noch nie dagewesenen Aufschwung erleben.
Die Frage der „Neutralität des Netzes“ wurde in jüngster Zeit neu aufgeworfen, denn einige Anwendungen wie Video-Aufrufe verlangsamen die Bandbreite (die Menge der zirkulierenden Daten). Um dem entgegen zu wirken, wollen zahlreiche Internet-Anbieter, unterstützt von der Kulturindustrie (welche die Inhalte liefert), verschiedene „Verbindungsschnelligkeiten“ anbieten, die proportional nach der Übertragungsrate abgerechnet werden.
Während einige temporäre, gezielte und transparente Einschränkungen der absoluten Netzneutralität im Allgemeinen akzeptiert werden, wie beispielsweise im Bereich der Sicherheit, sind sich die Akteure des Webs einig, dass das Prinzip aufrecht erhalten werden muss. Sie haben dies auch anlässlich der von der Europäischen Kommission in diesem Herbst gestarteten Befragung und dem am 11. November in Brüssel organisierten Gipfeltreffen betont. Die EU-Kommissarin für die Digitale Agenda Neelie Kroes hatte sich zwar in ihrer Stellungnahme für ein „seriöses und transparentes Wettbewerbsklima“ und den Erhalt des freien Zugangs zum Netz ausgesprochen. Aber sie erwähnte ebenso die Möglichkeit, den „Internet-Providern wirtschaftlich innovative Modelle anzubieten, die zu einer effizienteren Nutzung des Netzes führen sollen“, und scheint sich damit eher um den Erhalt des Wettbewerbs als den der Neutralität zu sorgen. Dabei handelt es sich doch um ein Prinzip, was das Internet zu einem der stärksten Wergzeuge der Demokratie macht, das jemals geschaffen wurde. Es wäre bedauerlich, wenn das von Brüssel in Frage gestellt werden würde. (mz)
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.