Dossiers
Berlin + EU, eine Beziehungskiste
Angela Merkel, die Unumgängliche
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Debatte: Ein „lateinisches Reich“ gegen die deutsche Übermacht
26. März 20133093491 Libération Paris -
Griechenland: Die Dummköpfe vom Anti-Merkel-Clan
10. Oktober 2012261120 Coulisses de Bruxelles Brüssel -
Griechenland-Deutschland: Merkel zu spät
10. Oktober 201213722 Frankfurter Allgemeine Zeitung Frankfurt -
Krisenpolitik: Das Ende der Methode Merkel
3. Juli 201215538 Frankfurter Allgemeine Zeitung Frankfurt -
Editorial: Merkels schlechte Nacht
29. Juni 2012124116Presseurop -
Schuldenkrise: Tun sie etwas, Frau Merkel!
12. Juni 20124935PresseuropIl Sole-24 Ore, Financial Times -
Deutschland : Wird Angela Merkel rechtzeitig abtreten?
10. Mai 20121405PresseuropDie Zeit -
Europäische Union: Wählt Europa Merkel ab?
3. Mai 201219364 Die Zeit Hamburg -
Deutschland-Italien: Merkel ist isoliert und wendet sich Monti zu
26. April 20121597PresseuropLa Stampa -
Wer hat Angst vor Deutschland (4): Merkels Nein ruiniert die EU
24. November 201126016 Die Tageszeitung Berlin -
Presseschau: Merkel hat die Hosen an
24. Oktober 20111217Presseurop -
Deutschland: Helmut Kohl liest Angela Merkel die Leviten
26. August 2011832Presseurop -
Eurokrise: Frau Merkel, Herr Sarkozy, zeigen Sie Größe!
21. Juli 2011714 Le Monde Paris -
Deutschland: Helmut Kohl: Merkel macht mir mein Europa kaputt
18. Juli 2011885PresseuropDer Spiegel -
Deutschland: Es gibt keinen anderen Kanzler als Merkel
28. März 2011462 Der Spiegel Hamburg -
Gipfel der Eurozone: Merkel hat den Schlüssel
11. März 2011672 The Economist London -
Wirtschaftskrise: Eiserne Kanzlerin wird sich durchsetzen
3. März 201120PresseuropPresseurop -
Eurokrise: Merkel ist leider nicht Marshall
19. November 20101PresseuropHandelsblatt -
Euro: Hör auf Europas Supermutti
27. Oktober 2010522 Süddeutsche Zeitung München -
Stabilitätspakt: Merkel allein in Europa
26. Oktober 2010PresseuropFinancial Times Deutschland, Financial Times Deutschland -
Euroland in der Krise: Angelas Wahl
25. März 201019 Süddeutsche Zeitung München -
Deutschland: Hört Merkel Europas Ruf?
8. März 2010PresseuropNewsweek
Ein deutsches Europa
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Eurokrise: Deutschlands Pakt mit dem Teufel
14. Dezember 2012604160 The Irish Times Dublin -
EU-Gipfel: Bundesstaat Europa kommt nicht über den Winter
13. Dezember 201223220 Libération Paris -
Eurokrise: Deutsche Einheit, unser Sündenfall
3. Oktober 2012595153 Der Spiegel Hamburg -
Eurozone: Karlsruhe geht auf Nummer sicher
12. September 20125456PresseuropSüddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, Die Tageszeitung -
Euro-Krise: Berlin kehrt zur Realpolitik zurück
23. August 201284373 Il Sole-24 Ore Mailand -
Eurozone: Wenn wir endlich wissen, was Deutschland will
1. August 2012115114 La Vanguardia Barcelona -
Deutschland: Karlsruhe, wo Richter den Euro begraben könnten
10. Juli 201225750 Der Spiegel Hamburg -
Eurozone: Das deutsche Endspiel um den Euro
26. Juni 2012195202 Süddeutsche Zeitung München -
Europäische Union: Das Ende des deutschen Europas
21. Juni 2012294165 Gazeta Wyborcza Warschau -
Eurokrise: Deutschlands Geisterfahrt
19. Juni 2012622252 Der Spiegel Hamburg -
Schuldenkrise: „Deutschland hat aus der Geschichte nichts gelernt“
11. Juni 201211536PresseuropDer Spiegel, Financial Times -
Schuldenkrise: Politische Union: leichter gesagt, als getan
8. Juni 201211728PresseuropFinancial Times Deutschland, Financial Times Deutschland, Le Figaro -
Eurokrise: Berlin will Europa mit Treuhand und Agenda 2010 retten
28. Mai 201217644PresseuropDer Spiegel -
Euro-Zone: Das Ende der deutschen Hegemonie
24. Mai 201226091 To Vima Athen -
Krise in der Eurozone: Isoliert die Deutschen nicht
22. Mai 2012145237 The Independent London -
Eurozone: Wie sagt man „Basta“ auf Deutsch?
26. April 2012503108 El País Madrid -
Europäische Union: Deutschland, übernehmen Sie!
26. April 201214871 De Volkskrant Amsterdam -
Schuldenkrise: Schluss mit der europäischen Sparpolitik?
24. April 201256544 The Guardian London -
Deutschland: Nennt uns Nazis, wenn’s euch Spaß macht
3. Februar 2012437304 Die Zeit Hamburg -
EU-Gipfel: Merkel geht zu weit
31. Januar 20128015PresseuropDer Tagesspiegel -
Deutschland-Italien: Leviten lesen auf Italienisch
30. Januar 201224423 Die Zeit Hamburg -
Eurozone: Alles klar, Herr Spar-Kommissar?
30. Januar 201210161PresseuropPúblico, Le Monde, Ta Nea & 2 weitere -
Eurokrise: Deutschland raus aus dem Euro
27. Januar 2012686120 The Times London -
Wer hat Angst vor Deutschland / 5: Unsere schrecklich nette Familie
25. November 201125919 Die Zeit Hamburg -
Wer hat Angst vor Deutschland / 3: Wir Technokraten mit Goethe unterm Arm
23. November 201120615 Der Spiegel Hamburg -
Wer hat Angst vor Deutschland / 2: “Jetzt spricht man deutsh”
22. November 201122710 Berliner Zeitung Berlin -
Eurozone: Abhängig von Deutschlands Gnade
27. Oktober 201127122 Eleftherotypia Athen -
Eurozone: Ende des Stabilitätsakts
12. September 20111413 Frankfurter Allgemeine Zeitung Frankfurt -
Euro-Rettungspakete: Karlsruhe sagt ja, aber...
7. September 2011933 Süddeutsche Zeitung München -
Deutschland: Sprachlos in Berlin
5. September 2011654 Die Zeit Hamburg -
Griechenland - Deutschland: Berlin trägt den Euro zu schnell zu Grabe
20. Juni 201114323 To Vima Athen -
Europäische Union: Deutschland skeptischer Zuschauer
27. April 2011375PresseuropHandelsblatt -
Deutschland: Germany gut, alles gut
15. März 2011992 The Guardian London -
Pakt für den Euro: Berlin, Zahl- und Zuchtmeister
14. März 201115PresseuropPresseurop -
Schuldenkrise: Europa wird deutsch
3. Februar 201114313 Die Zeit Hamburg -
Währung: D-Mark, die deutscheste Versuchung
14. Dezember 20102144 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Frankfurt -
Währung: Deutschland sucht neue Nordländer
13. Dezember 20101PresseuropLidové noviny -
Griechenlandkrise: Deutschland hat ein Problem mit Europa
19. Mai 2010362 Gazeta Wyborcza Warschau -
EU-Institution : Deutschlands Streben nach Europamacht
14. Juli 2009121 Financial Times London
Deutschland-Frankreich, ein komisches Paar
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Deutschland-Frankreich: „Starker Euro, neuer Dissens zwischen Hollande und Merkel“
7. Februar 201340PresseuropLe Figaro -
Frankreich-Deutschland: „Paris und Berlin feiern 50 Jahre einer stürmischen Freundschaft“
22. Januar 201317PresseuropLes Echos -
Frankreich-Deutschland: Sedan feiert nicht mit
22. Januar 201313922 Frankfurter Rundschau Frankfurt -
Frankreich-Deutschland: „Beschlossen und besiegelt“
22. Januar 2013252PresseuropSüddeutsche Zeitung -
Deutschland-Frankreich: 50 Kerzen, aber weder Feuer noch Flamme
21. Januar 201317863 Le Monde Paris -
Krise : Der französische Patient
12. November 2012199144 Les Echos Paris -
Debatte: Die große Koalition Europas
16. Mai 201216015 Süddeutsche Zeitung München -
Deutschland-Frankreich: Hollande-Merkel zum Erfolg verdammt
15. Mai 2012463PresseuropLe Figaro, La Croix, Süddeutsche Zeitung -
Deutschland-Frankreich: Wie heißt das Paar Merkel-Hollande?
8. Mai 20126517PresseuropLe Figaro, Die Tageszeitung -
Frankreich / Deutschland: Merkozy ist Geschichte
17. April 201222152 La Tribune Paris -
Deutschland-Frankreich: Merkel kämpft um ihre Vernunftehe
7. Februar 201277PresseuropLibération, Le Figaro, Le Monde & 2 weitere -
Wirtschaft : Nicolas Sarkozy: Von Deutschland besessen
2. Februar 201210815PresseuropLe Monde, Le Figaro, La Croix, Libération -
Portugal: Cavaco Silva rebelliert gegen “Merkozy”
13. Oktober 20111PresseuropPúblico -
Eurokrise: Könnten Kohl und Mitterrand das besser?
10. Oktober 20111022 De Volkskrant Amsterdam -
Europäische Integration: Paris und Berlin spielen Brüssel zu
9. Februar 2011552 The Times London -
Schuldenkrise: Die Achse übernimmt wieder
4. Februar 2011561 Le Monde Paris -
Euro: Schulterschluss zwischen Merkel und Sarkozy
10. Dezember 20101PresseuropLe Figaro -
Europäischer Rat: Sarkozy, Merkel und der Vertrags-Irrsinn
28. Oktober 2010451 El País Madrid -
Stabilitätspakt: Sturm auf das Merkel-Sarkozy-Diktat
22. Oktober 2010PresseuropLa Tribune -
Stabilitätspakt: Das Merkel-Sarkozy-Diktat
20. Oktober 2010190 The Guardian London -
Deutschland / Frankreich: Armes Scheidungskind Europa
21. Juni 201018 Die Zeit Hamburg -
Institutionen: Merkel-Sarkozy, die große Harmonie
15. Juni 2010PresseuropLe Figaro
Editorial
Klassenbester zu sein ist manchmal ein schwieriger Stand. Deutschland ist EU-Gründungsmitglied, das wirtschaftsstärkste Land der Union und liegt als Dreh- und Angelpunkt zwischen Nord-, Süd-, West- und Osteuropa. Zudem wurde das Land im Laufe der Wirtschaftskrise und der Angst über die Zukunft des Euro zur tragenden Säule der EU, ohne die nichts entschieden und ohne deren Geld keinem Land geholfen werden kann.
Doch die Idee, dass Deutschland ein Problem mit Europa hat, breitet sich immer weiter aus. Man wirft dem Land mangelnde Solidarität gegenüber den strauchelnden Mitgliedern vor und, dass Deutschland den anderen seine anscheinend erfolgreiche, rigide Sparpolitik aufzwingen will.
Eine Frau steht im Kreuzfeuer der Kritik: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Mit oftmals zu ruhiger Hand, zeigt sie sich gleichzeitig unentschlossen und unflexibel, dominant aber von einem komplexen politischen System eingeschränkt. Sie symbolisiert, wie das heutige Deutschland in Europa wahrgenommen wird. Nicht zu vergessen ihre misstrauische Beziehung zum französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy: eine für Europa immer noch notwendige, aber nicht mehr ausreichende Beziehung.
Während die häufige Kritik, dass Deutschland Europa dominieren wolle, eher einer überholten Vision der Geschichte angehört, zeigen die hier versammelten Artikel, warum das führende Land der Union manchmal an Europa zweifelt, und wie aus Idealismus Pragmatismus wurde.
Der italienische Philosoph Giorgio Agamben beruft sich erneut die Idee einer Union der südlichen EU-Ländern, wie sie schon Alexandre Kojève 1945 vorgedacht hatte. So könnte auch die Übermacht des in der EU politisch dominanten Deutschlands ausgeglichen werden.
Am Tag von Angela Merkels Griechenland-Besuch stand Athen Kopf: Zehntausende gingen auf die Straße, auch die Hitler-Karikatur war wieder mit dabei. Die Ausschreitungen grenzen an schiere Dummheit und hindern die Griechen daran, Verantwortung zu übernehmen, findet ein französischer Journalist.
Lasst mich machen und vertraut mir! — Die typische Methode der deutschen Kanzlerin stößt in der Krise Europas an ihre Grenzen. Wenn sie Unterstützung für ihre Politik finden will, muss sie mit den Menschen auf dem ganzen Kontinent kommunizieren.
Frankreich, Griechenland, Holland und Deutschland: Europa steht vor fünf Neuwahlen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Aber alle betreffen die Krisenpolitik von Angela Merkel. Die deutsche Kanzlerin könnte ihre Macht verlieren.
Allein gegen alle sagt die Kanzlerin Nein zu einer stützenden Rolle der EZB und der Schaffung gemeinsamer Euro-Anleihen. Auch in Deutschland warnen immer mehr Experten, dass ihr Festhalten an Disziplin und Gehorsam die Eurozone ins Chaos stürzt.
Die europäische Presse ist sich einig: Beim Gipfeltreffen in Brüssel am 23. Oktober hat die Bundeskanzlerin ihren Partnern - einschließlich Frankreich - gegenüber ihre Bedingungen durchgesetzt, um dem Euro und den am stärksten verschuldeten Ländern aus der Krise zu helfen.
Die Griechenlandkrise muss bewältigt und die Gemeinschaftswährung gerettet werden. Die Herausforderungen des Krisengipfels sind enorm und verlangen, dass die deutsche Kanzlerin und der französische Staatspräsident endlich Verantwortung übernehmen, fordert der Direktor der Tageszeitung Le Monde.
Angela Merkel erlebt eine Zeitenwende. Bei den gestrigen Landtagswahlen stürmten die Grünen die konservative Hochburg Baden-Württemberg - und stellen das Land auf den Kopf. Sie sind nun Volkspartei. Kanzlerin Merkel wird trotzdem bleiben. Sie hat für diese Krise vorgesorgt.
Wenn die Spitzenpolitiker der Eurozone am 11. März in Brüssel zusammentreten, um einen Ausweg aus der Wirtschaftskrise zu finden, kann anscheinend nur eine einzige Frau das Auseinanderfallen der EU in zwei konkurrierende Blöcke verhindern. Doch ist Angela Merkel dieser Aufgabe gewachsen?
So viel Streit war selten in der EU und Angela Merkel trägt mit Schuld daran. Ihre Pläne für schärfere Schuldenregeln werden beim EU-Gipfel am 28. Oktober auf die scharfe Gegenwehr ihrer Kollegen treffen. Dabei hat sie recht, sagt die Süddeutsche. Vielleicht zum letzten Mal...
Auch wenn die anderen Staaten zetern: Nach dem griechischen Fiasko zwingt Merkel Europa zur Disziplin. Schließlich steht das politische Werk ganzer Generationen auf dem Spiel, schreibt die Süddeutsche Zeitung.
In Goethes berühmtem Faust gibt der deutsche Dichter seine Meinung kund, Papiergeld sei eine Fortsetzung der Alchemie mit anderen Mitteln. Diese Sichtweise, so der Berlin-Korrespondent der Irish Times, ist in Deutschlands aktueller Haltung bezüglich der Eurokrise ganz klar zu erkennen.
Es ist der letzte EU-Gipfel eines langen Jahres aber er wird nicht den erhofften Startschuss für eine engere Wirtschafts- und Währungsunion bringen. Deutschland und Frankreich bremsen die Gemeinschaft erneut aus und vertagen die Debatte auf 2014.
Das Urteil kam ohne Überraschung: Deutschlands Verfassungsrichter winken den Europäischen Stablilitätsmechanismus ESM durch, und geben dem Euro damit in eine Zukunft. Aber mit Auflagen. Denn ohne deutsche Zustimmung kann der dauerhafte Rettungsschirm nicht unbegrenzt ausgeweitet werden. Erste Reaktionen der deutschen Presse.
Nach dem hektischen Sommer zeichnet sich für die Eurozone jetzt ein ruhigerer Herbst ab: die nordeuropäischen Länder, allen voran Deutschland, zeigen mehr Pragmatismus. Sie sind sich darüber im Klaren, dass das Ende des Euros in- und außerhalb der EU katastrophale Folgen hätte. Sie machen jedoch weiter Druck, denn eine Lösung ist noch lange nicht in Sicht.
Die Sitzung des Rats der Europäischen Zentralbank am 2. August wird über das Schicksal von Spanien und Italien entscheiden. An diesem Tag werden wir auch endlich herausfinden, wer über den deutschen Standpunkt in der Krise entscheidet, die Bundeskanzlerin oder der Präsident der Bundesbank.
Das deutsche Verfassungsgericht könnte die gesamte Euro-Rettung stoppen. Wie beim Lissabon-Urteil 2009, fürchtet die Regierung, dass sich die Richter gegen mehr europäische Integration stellen. Es geht aber nicht nur um Europa, es tobt auch ein Machtkampf zwischen Exekutive und Judikative.
Das Endspiel um den Euro hat begonnen, und vor dem EU-Gipfel wird Angela Merkel entscheiden müssen, ob und wie Deutschland in der Lage ist, die Gemeinschaftswährung zu retten, warnt die Süddeutsche Zeitung.
Dass Deutschland Europa sein politisches und ökonomisches Modell diktiert, ist längst allgemein bekannt. Ganz unproblematisch ist das nicht, meint ein Kolumnist der polnischen Gazeta Wyborcza, denn das deutsche Sozialmodell steigt ab und ist gegen die Krise nicht besser gerüstet, als das seiner Nachbarn.
Einem Kolumnisten reicht es. Boulevard- und Qualitätspresse in Deutschland titeln dieser Tage, alle Welt wolle der Deutschen Geld. Das ist erstens falsch und zweitens gefährlich, schimpft Jakob Augstein und greift zur Argumentation tief in Geschichtskiste. Europe erlebe seinen Weimar-Moment. Merkel sollte gehen.
Angela Merkel will mehr Föderalismus und nimmt dafür ein Europa der zwei Geschwindigkeiten in Kauf. Aber der Vorstoß wirft in Deutschland juristische Probleme auf, und der Graben zu Partner Frankreich wird noch tiefer.
Paris hat einen neuen Kurs eingeschlagen, der das Kräfteverhältnis in der Europäischen Union verschiebt und Deutschland und seinem Sparkurs die Führungsrolle streitig macht. In diesem Kontext sehen die Griechen erstmals wieder ein kleines Licht am Ende des Tunnels und schöpfen neue Hoffnung, freut sich Athen.
Indem sie den Rettungsschirm für die krisengeschädigten Länder der Eurozone unterstützte, ging Angela Merkel schon sehr viel weiter als es ihre Wähler gerne sehen. Die Euro-Bonds, die der neue französische Staatspräsident François Hollande erzwingen will, sind aber wohl ein Schritt zuviel.
Trotz der sozialen und politischen Folgen preisen die Bundesbank und Angela Merkel nach wie vor den Sparkurs, der seit zwei Jahren in Europa gesteuert wird. Es sei Zeit, den Schaden zu begrenzen, protestiert der spanische Politologe José Ignacio Torreblanca.
Anstatt von einer föderalen Union zu träumen, die von Ländern mit wirtschaftlichen und demokratischen Defiziten abhängt, sollte der Einfluss der tugendhaften Länder gestärkt werden. Sie sollten die Führungsrolle übernehmen, meint ein niederländischer Politologe.
Frankreich wird wahrscheinlich einen sozialistischen Präsidenten wählen, der dem Fiskalpakt kritisch gegenübersteht, und die niederländische Regierung bricht über dem Thema Sozialreform zusammen – das Sparmodell der deutschen Kanzlerin Angela Merkel bezieht Prügel.
“Gauleiter”, “Besatzungsmacht” – es ist jedes Mal dasselbe: Berlin versucht seine Position in der Eurokrise durchzusetzen und wird im Gegenzug mit Nazi-Vergleichen überzogen. Die Zeit überlegt, wie die Deutschen damit umgehen sollten.
Lange war Deutschland in Italien als Besserwisser verflucht, aber als Klassenerster respektiert. Mit dem Antritt des korrekten Herrn Monti ändert sich das, und “La Merkel” wird sich an einige Lektionen aus Rom gewöhnen müssen.
Die 130 Milliarden des zweiten Rettungspakets für Griechenland gegen die Vormundschaft eines europäischen Haushalts-Kommissars in Athen: Dieser deutsche Vorschlag gelangte noch vor dem EU-Gipfel an die Öffentlichkeit und ist nicht mehr und nicht weniger als eine Verletzung der Staatshoheit, findet die europäische Presse.
Deutschland wälzt die Sparpolitik auf seine Partner in der Eurozone ab und weigert sich stur gegen eine größere Rolle der EZB und gegen mehr gegenseitige Unterstützung in Sachen Staatsanleihen. Es ist also eher ein Hindernis als ein Rückhalt für die Einheitswährung, findet Anatole Kaletsky.
Eine Familie mit überstrengen Eltern, schwarzen Schafen und tough love: das ist heute Europa, meint ein Redakteur der Zeit und ruft dazu auf, die historisch beispiellose Kultur der Solidarität zu verteidigen.
Was Deutschlands Führung in der EU bedeutet, ist nicht so ganz klar – am wenigsten den Deutschen selbst. Ein Spiegel-Kolumnist sucht die Antwort in zwei Büchern zwischen der verlorenen Seele und dem Genius des Landes.
“Europa spricht Deutsch”, posaunt Volker Kauder und sorgt damit für Verstimmung bei Deutschlands Nachbarn. – Vielleicht war das aber eine dringend notwendige kalte Dusche, bemerkt die Berliner Zeitung. Denn ein Bund freier Demokratien sieht anders aus.
Die Staats- und Regierungschefs der Länder der Eurozone haben die griechische Schuldenlast erleichtert und den Betrag ihrer finanziellen Hilfen erhöht. Mit dem "Rettungspaket voller deutscher Panzer" geraten Griechenland und alle anderen Europäer unter Berlins Fuchtel, meint dagegen Eleftherotypia.
Das Bundesverfassungsgericht hat den europäischen Rettungsmechanismus für verfassungskonform erklärt. Allerdings muss für eine noch tiefere europäische Integration die Verfassung umgeschrieben - und vom Volk bestätigt werden, meint der Kommentator Heribert Prantl.
Mit einem angeschlagenen Außenminister auf der einen Seite und einer wenig geschlossenen Koalition auf der anderen steuert Angela Merkels Regierung durch eine schwierige außenpolitische Phase. Diese Unsicherheit hat Auswirkungen in ganz Europa.
Ein von der griechischen Flagge bedeckter Sarg der Einheitswährung. Mit diesem Bild enthülle Der Spiegel das geheime Ziel der deutschen Politik: Die Vormachtstellung in Europa. Das zumindest meint die Tageszeitung To Vima aus Athen.
Nach einem unruhigen 20. Jahrhundert trat Deutschland als das wirtschaftliche und politische Kraftwerk Europas hervor. Und das Wiederaufleben seiner Hauptstadt Berlin steht symbolisch für seine neue Rolle als führende Kraft in einer zunehmend integrierten Europäischen Union.
Wenn ihr Euroland retten wollt, dann tut es den Deutschen nach! Diese oft von Angela Merkel wiederholten Worte dringen jetzt zu ihren Partnern durch. Populär sind sie nicht Aber die krisengeschüttelte EU wird diesen Preis Zahlen müssen, findet Die Zeit.
Für die einen ist es die Mutter aller Finanzkrisen, für die anderen ohne Alternative: ein Ausstieg Deutschlands aus dem Euro, für den sich eine Mehrheit der Deutschen erwärmt. Ein Zurück zur D-Mark ist zwar teuer, aber machbar.
Für die Europäische Union ist die griechische Krise nicht nur ihr bisher schwierigstes Problem sondern nun auch ein Test dafür, was Europa wirklich für Deutschland bedeutet, schreibt die polnische Gazeta Wyborcza.
Am 14. Juli nehmen die neugewählten Europaabgeordneten ihre Arbeit auf mit dem Ziel, ihren Einfluss auf die EU-relevanten Entscheidungen zu vergrössern. Doch nach Ansicht von Wolfgang Münchau stellt die jüngste Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ihre Legitimität in Frage und wird die zukünftige Entwicklung der EU in ihrem Wesen verändern.
50 Jahre nach der Versöhnung: Ein Autor geht auf Spurensuche im nordfranzösischen Sedan, das von Bismarck bis Hitler dreimal vergeblich Widerstand gegen die Deutschen leistete. Heute von Armut zerrüttet bleibt der Gemeinde nichts anderes, als die Vergangenheit wachzuhalten.
Obwohl das deutsch-französische Paar mitten in der Krise steckt, feiern Paris und Berlin den Jahrestag des Elysée-Vertrags, der ihre Freundschaft begründete. Während den Franzosen angesichts der wirtschaftlichen Erfolge Deutschlands die Gesichtszüge entgleiten, lassen es sich die Deutschen nicht nehmen, ihre Nachbarn auf ihre Schwächen aufmerksam zu machen. Und dennoch muss man auch in Zukunft Hand in Hand gehen.
Bisher war eine ideologische Auseinandersetzung in Europa kaum möglich - aus Mangel an demokratischer Debattenkultur. Mit einem französischen Präsident und einer Kanzlerin, die unterschiedliche politische Leitlinien verfolgen, könnte die Union lernen, zu diskutieren, und somit die Leidenschaft der Europäer neu entfachen.
Nicolas Sarkozy zettelt erneut eine Debatte um die Rolle der Europäischen Zentralbank an. Für die Stimmen jener Wähler, die eine Wachstumspolitik fordern, riskiert er auch Missstimmung mit Angela Merkel. Doch der kommt das aus innenpolitischem Kalkül sogar gelegen.
80 Tage vor der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen gibt Angela Merkel ihrem wichtigsten Verbündeten in Europa, dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, Wahlkampfhilfe. Ein riskantes Unterfangen, meint die Presse auf beiden Seiten des Rheins.
Der französische Staatspräsident, der sehr wahrscheinlich erneut für das höchste Amt in Frankreich kandidieren wird, scheint eine Wirtschaftspolitik einschlagen zu wollen, die das ‘Deutsche Modell’nachahmt. Eine Strategie, die die französische Presse überrascht.
Fehlt es Europas Politikern an Führungsqualitäten, um die Krise in den Griff zu bekommen? Oder werden sie vielmehr von den uneinigen Koalitionspartnern und der Öffentlichkeit an ihrer Arbeit gehindert? Das zumindest meint einer der Redakteure der Volkskrant.
Der Wettbewerbspakt ist weniger ein deutsch-französischer Versuch, die Macht in der EU an sich zu reißen, sondern vielmehr ein Schritt in Richtung föderales Europa, urteilt Times-Kolumnist Anatole Kaletsky. Der Entwurf einer Wirtschaftsregierung wird deshalb auch die Folgen der Finanzkrise nicht mildern können.
Am 28. und 29. Oktober werden Deutschland und Frankreich in Brüssel versuchen, ihre Partner davon zu überzeugen, den Vertragstext der Union zu reformieren, um die Haushaltsdisziplin der Länder zu garantieren. Eine ebenso simple wie unnütze Idee, schreibt ein spanischer Leitartikler.
Kurz vor dem EU-Gipfel, bei dem der gebeutelte Euro wieder stabilisiert werden soll, einigten sich der französische Staatspräsident und die deutsche Bundeskanzlerin nicht nur auf neue Haushaltsregeln, sondern riefen auch zur Änderung des Vertrags von Lissabon auf. Ein abgekartetes Spiel, murren die Beamten in der Kommission.
Es ist ein historisches Tief zwischen zwei Mächten. Es geht auf Kosten Europas. Einen ungünstigeren Zeitpunkt hätten Angela Merkel und Nicolas Sarkozy für ihre Beziehungskrise nicht wählen können, mahnt die Zeit. Denn wenn die beiden europäischen Hauptakteure nicht endlich wieder zusammenfinden, verspielen sie den Einfluss des Kontinents in der Welt. 





























