Unverständnis beim Nachbarn: Laut dem Journalisten Antoine Verbij der niederländischen Zeitung Trouw, sollten sich die Deutschen sorgen, Opfer eines Terroranschlag zu werden. Trotz aller Hinweise, weigerten sie sich, sich Sorgen zu machen, setzten auf ihr Vertrauen in den Staat und nähmen die Kopf-in-den-Sand-Haltung ein. 

"Der Sauerland- Prozess gibt reichlich Anlass zu Besorgnis. "Die deutsche Presse quillt über von Kommentaren, zu Recht [...], die Angst vor Terroranschlägen jedoch scheint nicht um sich zu greifen. Sogar im Wahlkampf kommt die Angst vor dem Terrorismus nicht vor, sondern ist eher ein Tabu-Thema."


Dabei stehe Deutschland wie Madrid 2004 mitten in einem wichtigen Wahlkampf. Damals habe Spanien Truppen im Irak gehabt, eben wie Deutschland heute in Afghanistan.

Darüber hinaus weist die Zeitung  darauf hin, dass Deutschland in der Vergangenheit "bereits mehrere Male Anschlägen entgangen ist. Zudem haben die Netzwerke der Terroristen oft Zellen in Deutschland besessen, wie es die Anschläge in New York und Madrid gezeigt haben. Die Geheimdienste sind der Auffassung, dass sich in Deutschland mehr als 3.000 potenzielle Terroristen aufhalten".


Trotz der Bedrohung, "sorgen sich die Deutschen nicht allzu sehr. Der Terrorismus nimmt nur die 11. Position in der Liste der Themen ein, welche  die Bevölkerung beunruhige. [...] 87 Prozent der Deutschen fühlt sich nicht gefährdet. 65 Prozent glaubt, dass die Regierung sie vor dem Terrorismus schützt. [...] Das alles trotz der zahlreichen Indizien", scheint Verbij geradezu zu seufzen. Auf der einen Seite rühre dieser Glaube von einem großen Vertrauen in den Staat als Garant für ihre Sicherheit. "Auf der anderen Seite erklärt sich das Vertrauen auch mit einer starken 'Angst vor der Angst'. Man zieht vor, lieber gar nicht daran zu denken. Im Wahlkampf lassen Politiker also Fragen der Sicherheit und des Terrorismus einen Moment beiseite", schließt das Blatt.