Martin M. Šimečka
Der 1957 in Bratislava geborenene Martin M. Šimečka ist ein angesehener Schriftsteller und Journalist, der sowohl in tschechischen als auch slowakischen Zeitungen Karriere gemacht hat. Bis 1989 war er maßgebend an Samizdat-Zeitschriften von Dissidenten beteiligt.
Die Tageszeitung SME, deren Chefredakteur er von 1997 bis 2006 war, machte er zum kritischsten Referenzblatt der Slowakei. Nach seinem Wirken als Chefredakteur bei Respekt konzentriert er sich heute auf Kommentare und Reportagen über die Slovakei.
Die vorgezogenen Parlamentswahlen sollten sich um Europa und den Platz der Slowakei darin drehen. Doch eine Reihe von Enthüllungen über politische Korruption auf höchster Ebene bedroht nun das ganze System.
Die geheimnisvolle und hochbrisante Akte namens Gorilla legt die korrupten Machenschaften der slowakischen Politik- und Wirtschaftselite offen. Wem nutzten diese Enthüllungen zwei Monate vor den vorgezogenen Parlamentswahlen?
Nicht nur, dass der ungarische Ministerpräsident an der Spitze eines verschuldeten Landes steht, vom IWF unter Druck gesetzt wird und ihm heute ein Verfahren der EU droht: Auch die Opposition beginnt, sich zu organisieren. Mit der steigenden Armut sinkt der Glauben der Bürger an sein nationalistisches Programm.
Als der Verteidigungsminister in seinem Feldzug gegen Korruption illegal Telefongespräche abhören ließ, brach er demokratische Grundprinzipien. Die Affäre kostete ihn nicht nur sein Amt. Sie erschüttert auch das Vertrauen der Slowaken in ihre Medien und Politiker.
Am 27. September, drei Tage nach dem Besuch von Präsident Janukowytsch in Russland, wird der Prozess der ehemaligen Premierministerin fortgesetzt werden. Zwischen Kiew und Moskau findet nämlich ein entscheidendes Spiel statt, an dem auch Europa wesentlich beteiligt ist.
Mit seiner sich rasch entwickelnden Hauptstadt, neuen Autobahnen und einer EU-gestützten Landwirtschaft schafft sich Poen eine neue Identität, die weniger pro-amerikanischer und dafür umso europhiler ist in Bericht.
Was ist in Budapest los? Während sich Europa Fragen über die nationalistische Politik der Orbán-Regierung stellt, befragte die tschechische Wochenzeitung Respekt Intellektuelle und Journalisten. Der Befund ist der einer in zwei unversöhnliche Lager geteilten Gesellschaft.
Ebenso wie in anderen mitteleuropäischen Ländern, treibt die Korruption auch in der Slowakei ihr Unwesen. Ihre Regierung hat dieser Plage nun den Kampf angesagt, indem sie alle Ausschreibungen für öffentliche Aufträge veröffentlicht.
Als Gründer der ersten multi-ethnischen Partei der Slowakei, ist der ungarischstämmige Politiker der erste, der versucht, die sich immer mehr zuspitzenden Spannungen zwischen beiden Bevölkerungsgruppen zu schlichten. Sein Erfolg bei den letzten Wahlen ist ein gutes Omen für mehr Stabilität in Mitteleuropa.
Am 12. Juni wählen die Slowaken ihre Abgeordneten. In dem Land, in dem die Regionalbräuche tiefer sitzen als demokratische Ideen, interessiert sich die Bevölkerung nur wenig für die nationalen und europäischen Probleme. Eine Reportage über das Leben in den Bergen der Niederen Tatra.
Iveta Radičová ist die erste Frau, der es gelang, in die hohen Sphären der mitteleuropäischen Politik einzudringen. In der sehr männlichen-virilen Welt der öffentlichen Angelegenheiten in der Slowakei sticht sie durch ihren Stil und ihre Ansichten heraus. Nach Angaben der Wochenzeitung Respekt könnte sie sehr wohl am 12. Juni zur Ministerpräsidentin des Landes werden, unter dem Banner der christlich-demokratischen Union SDKÚ.
In den ehemaligen Ostblockländern treibt die Frage nach den alten Archiven der Geheimpolizei immer wieder die öffentliche Meinung um. Zwischen dem Wunsch zu verstehen und dem zu vergessen hält es jedes Land etwas anders mit der Aufarbeitung – je nachdem wie der Übergang zur Demokratie sich vollzog.
In der Slowakei nähren sich die nationalistischen Parteien von dem Erfolg der "ungarischen Populisten" und der Forderung nach Autonomie für die magyarische Minderheit der Slowakei. Um Land zu gewinnen heizen sie die politischen Spannungen zwischen den beiden Ländern an.