Andrea Riccardi
Der Italiener Andrea Riccardi, Jahrgang 1950, ist ein katholischer Historiker und Experte für neuere und neueste Kirchengeschichte, sowie allgemein für das Phänomen der Religion. 1968 gründete er in Rom die Gemeinschaft Sant'Egidio, eine laizistische Bewegung, die sich für interreligiösen Dialog als Methode zur Konfliktlösung stark macht. Die auch „UNO von Trastevere“ genante Bewegung übernahm unter anderem in Mosambik, Algerien und Guatemala eine Vermittlerrolle. Riccardi lehrt Zeitgeschichte an der Universität Roma III und ist unter anderem der Autor von Salz der Erde, Licht der Welt. Glaubenszeugnis und Christenverfolgung im 20. Jahrhundert (Freiburg 2002) und Die Kunst des Zusammenlebens (Würzburg 2008). 2009 wurde er mit dem Karlspreis ausgezeichnet.
Nach dem 11. September forderte der Westen von den Arabern mehr Demokratie. Heute kämpfen sie dafür, auch unter Lebensgefahr wie in Syrien. Doch die Europäer reagieren nicht mehr, unfähig Probleme jenseits ihrer Landesgrenzen zu fassen, schreibt der Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio.