Erik Izraelewicz
Erik Izraelewicz, Jahrgang 1954, ist seit 2011 Direktor der französischen Tageszeitung Le Monde. Von 1986 bis 2000 arbeitete er als Journalist, bevor er die Leitung der Wirtschaftszeitung Les Echos und danach von La Tribune übernahm.
Den ersten Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahl hielten viele für ein Referendum über den amtierenden Präsidenten. Was daraus wurde? Eine Protestwahl. Für die Rechtsextremen ist das ein gefundenes Fressen; für den sozialistischen Favoriten François Hollande, ein Problem.
Frankreichs Verlust seiner Top-Bonität hat zweierlei Folgen: Nicolas Sarkozy und seine Konkurrenten bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen stehen noch stärker unter dem Druck der Märkte, und Europa ist mehr denn je in Nord und Süd gespalten.
Der Doppelgipfel der Eurozone und der EU sollen einen Flächenbrand in der Schuldenkrise verhindern. Die Europäische Union braucht aber vor allem eines, wenn sie überleben will: frischen Wind.
Die Griechenlandkrise muss bewältigt und die Gemeinschaftswährung gerettet werden. Die Herausforderungen des Krisengipfels sind enorm und verlangen, dass die deutsche Kanzlerin und der französische Staatspräsident endlich Verantwortung übernehmen, fordert der Direktor der Tageszeitung Le Monde.