Marion Van Renterghem
Marion van Renterghen, geboren 1964, ist seit 1998 Journalistin der Tageszeitung Le Monde. Sie fing 1988 als Hospitantin bei der Literaturbeilage des Blattes an. Nach einem Ungarn-Aufenthalt 1993 veröffentlichte sie Artikel über Osteuropa. Zwischen 1994 und 1998 war sie als Literaturkritikerin tätig. 2003 wurde sie mit dem jährlich vergebenen renommierten französischen Journalistenpreis "Prix Albert Londres" für die beste Reportage ausgezeichnet.
Eine Mauer in Europa ist gefallen, doch eine andere steht noch. Während die Welt die 20 Jahre seit dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende des Kalten Kriegs feiert, befindet sich ein kleines Stück der Europäischen Union seit 35 Jahren in einem eingefrorenen Kriegszustand: die Republik Zypern, die seit dem türkischen Einfall von 1974 vom Norden der Insel abgeschnitten ist.
Island ist schwer angeschlagen von der Wirtschaftskrise und will nun in die EU. Davor, so bedingen sich einige Mitgliedsstaaten jedoch aus, soll Irland den Vertrag von Lissabon annehmen. Eine paradoxe Situation für die beiden Länder. Einige Gemeinsamkeiten mögen sie zwar haben, Europa sehen sie aber mit denkbar verschiedenen Augen, schreibt Le Monde.