Fintan O'Toole
Der 1958 geborene Fintan O'Toole ist Kolumnist, stellvertretender Redaktionsleiter und Theaterkritiker bei The Irish Times, bei der er seit 1988 arbeitet. Er schreibt außerdem für die New York Review of Books. Er war und ist ein scharfer Kritiker der Korruption in der irischen Politik.
Irland wird das einzige Land sein, das öffentlich über den EU-Fiskalpakt abstimmt. Doch in Wirklichkeit, so meint Journalist Fintan O’Toole, steht etwas anderes auf der Tagesordnung: Neoliberale Ideologie wird zum Status eines unumstößlichen Gesetzes erhoben.
Wie können die Bürger dazu gezwungen werden, 15 Millionen Euro für ein Einkaufszentrum im Ausland auszugeben, während ihr eigenes Gesundheitswesen aufgrund von Haushaltskürzungen heruntergefahren wird? In dieser absurden Situation befindet sich Irland im Augenblick, bedauert ein Kolumnist.
Die Iren sind zwar wütend über die Rettungsaktion der EU und des IWF, über die massiven Budgetkürzungen und die Tatsache, dass Millionen an öffentlichen Geldern immer noch in die „toxischen“ Banken einfließen, aber sie wählen trotzdem eine neue Regierung, welche die von ihren Vorgängern getroffenen Maßnahmen durchführen wird, beklagt Kolumnist Fintan O’Toole.
Die irische Schuldenkrise steht bei der Konferenz der Finanzminister in Brüssel ganz oben auf der Tagesordnung. Der irische Kolumnist Fintan O’Toole warnt, dass eine Rettungsaktion für das wirtschaftlich verkrüppelte Land ohne eine Umorganisation der politischen Institutionen nicht funktionieren kann.
Eine Nation taumelt vor dem Befund der Kommission zur Untersuchung von Kindesmissbrauch zurück. Die von der Irisch-katholischen Kirche betriebenen "Industrial Schools" und Waisenheime waren von Vergewaltigung und sexueller Belästigung durchdrungen.
Fintan O'Toole fragt in der Irish Times, wie eine Gesellschaft ihre Kinder in dieses "Terrorsystem" einsperren konnte.