Stephan Kaufmann
Stephan Kaufmann ist Jounalist und arbeitet als Wirtschaftsredakteur in der Dumont Redaktionsgemeinschaft (Berliner Zeitung, Frankfurter Rundschau und Kölner Stadtanzeiger). Er hat einige kapitalismuskritische Bücher veröffentlicht, unter anderem "Staatsfonds und die neue Konkurrenz um die Macht auf dem Weltmarkt" (2008) sowie "Grüner Kapitalismus" (2009).
Auf den Finanzmärkten geht ein Gespenst um: dass, das Heer von Arbeitslosen und Armen die Politik der Mächtigen nicht mehr abnickt. Allzu viel Demokratie wollen deshalb weder Politiker noch Wirtschaftsbosse wagen.
Aufgeweichter Kündigungsschutz, drastische Lohnsenkungen Erhöhung des Rentenalters: Unter dem Druck von Rezession und Staatsschulden schleifen europäische Regierungen reihenweise die Arbeitnehmerrechte. Zur Freude der Arbeitgeber.
Europas Politiker mögen die Beschlüsse des Gipfels vom 26. Oktober als historisch feiern. Die Euro-Krise bleibt uns noch ein wenig erhalten. Denn das Grundparadox, dass Staaten das Vertrauen der Anleger mit Geld erkaufen wollen, das sie nicht haben, kann man nicht einfach wegbeschließen.
Das Wahlergebnis der Wahren Finne am 17. April hat es zuletzt gezeigt: überall in Europa verschaffen sich Euroskeptiker durch geschickte Rethorik landes- und europaweit mehr und mehr Gehör.