Jacek Pawlicki
Geboren 1966 in Warschau. Nach abgeschlossenem Studium der polnischen Literatur an der Universität Warschau, begann er für die Polnische Presseagentur zu arbeiten, dann wechselte er zur Gazeta Wyborcza. Ab 1998 arbeitete für die Auslandsredaktion und wurde kurz darauf zum Korrespondenten in Brüssel. Seit seiner Rückkehr in Polen 2003 befasst er sich mit Europafragen. Er nahm, in Zusammenarbeit mit den Gazetas Brüsselkorrespondenten, an allen EU-Gipfeln teil. Er berichtet über Außenpolitik und Skandinavien.
Updated: 16. Juli 2009
Es gibt drei parallele Europas innerhalb der EU, und jedes von ihnen verfolgt seine eigenen Ziele. Der gemeinsame Haushalt, der sie einst vereinte, ist heute zunehmend eine Quelle der Spaltung und wird langfristig nicht haltbar sein.
Eine Krise ist ein guter Zeitpunkt für eine Gewissensfrage. Wenn morgen in Europa Krieg ausbräche, wäre dann irgendjemand bereit, für die Ideen von Schumans und Monnets Gemeinschaftsmethode zu sterben?
Das Jahr 2011 war für Europa so schlecht, dass 2012 eigentlich nur besser werden kann. Doch nachdem die Union eine beispiellose Krise überlebt hat, wird sie jetzt durch die dadurch hervorgerufenen sozialen Spannungen bedroht, meint Jacek Pawlicki, Editorialist bei der Gazeta Wyborcza.
Fast alle Beobachter sind sich einig, dass die EU in einer Krise steckt, die ihre Zukunft in Frage stellt. Ihre Anpassungsfähigkeit und die Beiträge ihrer jüngsten Mitglieder werden ihr jedoch aus dieser hinaushelfen. Der polnische Leitartikler Jacek Pawlicki zeichnet ein optimistisches Szenario.
Die niederländische Regierung will die Einwanderung von Arbeitskräften aus der EU beschränken. Zahlreiche Polen, die es in das Königreich zieht, würden zu den ersten Opfern gehören. Allerdings könnte diese Maßnahme dem Land teuer zu stehen kommen, warnt die Gazeta Wyborcza.
Die Freistadt Christiania ist nicht mehr frei. Nach 40 Jahren beugt sich die letzte Hippie-Enklave in Europa den Gesetzen der freien Marktwirtschaft, schreibt Gazeta Wyborcza.
Am 21. Dezember verabschiedete Ministerpräsident Viktor Orbán ein Gesetz zur Einschränkung der Pressefreiheit. Während sich Ungarn auf den EU-Vorsitz vorbereitet, wundert sich Kolumnist Jacek Pawlicki in der Gazeta Wyborcza, warum in Europa niemand darüber ein Wort verliert.
Ein effizienter diplomatischer Dienst reicht nicht, solange es immer noch keine gemeinsame EU-Außenpolitik gibt, schreibt Gazeta Wyborcza.
Länder, die ihre eigene Agenda verfolgen, Deutschland und Frankreich, die den Spitzenplatz in der Union beanspruchen und wichtige Entscheidungen, die bei informellen Treffen getroffen werden: die Union driftet auseinander, meint der polnische Philosoph und EU-Experte Marek Cichocki.
Er war Hoher Vertreter für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik. Gerade hat bekannt gegeben, seinen Posten im Herbst räumen zu wollen. Der vom guten Willen der Mitgliedsstaaten abhängige Diplomat wird mit einer gemischten Bilanz abtreten. Da hilft auch kein Diplomaten-Jargon.