Anatole Kaletsky
Der britische Journalist Anatole Kaletsky (geb. 1952) ist Editor-at-large bei The Times und auch der führende Wirtschaftskommentator der Londoner Tageszeitung, in welcher er eine regelmäßige Kolumne über Wirtschaft, Politik und Finanzmärkte schreibt.
Deutschland wälzt die Sparpolitik auf seine Partner in der Eurozone ab und weigert sich stur gegen eine größere Rolle der EZB und gegen mehr gegenseitige Unterstützung in Sachen Staatsanleihen. Es ist also eher ein Hindernis als ein Rückhalt für die Einheitswährung, findet Anatole Kaletsky.
Trotz aller demonstrativen Einstimmigkeit von Paris und Berlin sind die Visionen für Europa beider Länder äußerst verschieden. Und Deutschland ist zum größten Hindernis auf dem Weg zu mehr Integration geworden. Deshalb, so schreibt ein Kommentator der Times in seinem Leitartikel, müsse Frankreich in Europa das Heft in die Hand nehmen und sich von seinem Partner distanzieren.
Die Rettungsschirme gehen zwar nicht auf, zentralisieren jedoch die Macht auf Kosten der Nationalstaaten, meint der Times-Kolumnist Anatole Kaletsky.
Der Wettbewerbspakt ist weniger ein deutsch-französischer Versuch, die Macht in der EU an sich zu reißen, sondern vielmehr ein Schritt in Richtung föderales Europa, urteilt Times-Kolumnist Anatole Kaletsky. Der Entwurf einer Wirtschaftsregierung wird deshalb auch die Folgen der Finanzkrise nicht mildern können.
Sowohl links als auch rechts ist man sich zunehmend einig, dass das steigende Gefälle zwischen Vorstandsbezügen und dem Einkommen von Normalverdienern die Mittelklasse verdrängt und unsere Demokratien untergräbt, schreibt Times-Redakteur Anatole Kaletsky.