Bernard Guetta
Der französische Journalist Bernard Guetta (Jahrgang 1951) ist in seinem Land einer der anerkanntesten Spezialisten für internationale Politik. Nachdem er zu Beginn seiner Karriere für den Nouvel Observateur schrieb, arbeitete er in den 1980er Jahren in Warschau, Washington und Moskau als Korrespondent für Le Monde. Gegenwärtig moderiert er eine tägliche Radio-Chronik auf France Inter und schreibt wöchentlich für Libération.
Am Sondergipfel vom 23. Mai haben die siebenundzwanzig EU-Mitgliedsstaaten akzeptiert, die Diskussionen über gemeinsame Investitionen und Eurobonds zu eröffnen. Damit haben sie es endlich geschafft, die Kluft zwischen „tugendhaften“ und „verschwendirischen“ Ländern zu überwinden. Ein Schritt in Richtung mehr wirtschaftliche Integration.
Mit ihrer Beteiligung am Libyen-Einsatz entdecken die Europäer, dass sie nicht über die Mittel für ihre Ambitionen verfügen. Und ohne militärische Mittel steht die Union in einer für sie strategisch wichtigen Region ohne eine glaubwürdige Diplomatie da. Deshalb müssen die EU-Länder in der Verteidigung zusammenarbeiten.
Eine konservativ ausgerichtete europäische Regierung einerseits, ein Schattenkabinett der linken Opposition andererseits: Mit der Wirtschafts- und Finanzkrise bildet sich allmählich eine funktionierende EU-Demokratie heraus, schreibt der französische Journalist Bernard Guetta.
Die europäische Rechtsextreme wächst und übt immer mehr Druck auf dem ganzen Kontinent aus. Bald könnte sie die Funktionsweise der Union verändern, warnt der französische Kolumnist Bernard Guetta.