Irene Tinagli
Irene Tinagli, geboren 1974, ist eine italienische Wirtschaftswissenschaftlerin. Sie ist auf Innovation und Entwicklung spezialisiert, arbeitete als Beraterin bei der UNO und bei der EU und unterrichtet an der Universität Carlos III in Madrid. Sie ist Mitglied des Think-Tanks Italia Futura und veröffentlichte unter dem Titel Talento da svendere ("Talent im Schlussverkauf", Einaudi-Verlag, 2008) einen Essay über den Mangel an beruflichen Chancen für junge Italiener.
Mehreren europäischen Städten wie Bilbao, Berlin oder Lille, die auf einem Abstellgleis fuhren, ist es gelungen, durch Einsatz der Kultur wieder die Kurve zu kriegen. Doch ein schickes neues Opernhaus oder ein Mega-Museum genügen nicht, um eine Erneuerungsdynamik auszulösen. Aufgeschlossenheit für das Unvorhergesehene und für eine gewisse Ineffizienz sind ebenfalls wichtig.
Die kürzlich durch Eurostat bestätigte Alterung der europäischen Bevölkerung bedeutet nicht nur, dass mehr Renten finanziert werden müssen, sondern auch, dass es weniger motivierte und kompetente junge Menschen gibt, die die Wirtschaft in Gang halten. Deshalb muss vor allem eine attraktive Umgebung für die treibenden Kräfte des Kontinents geschaffen werden, findet die italienische Wirtschaftswissenschaftlerin Irene Tinagli.