Jürgen Habermas
Der deutsche Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas (Jahrgang 1929) gehört zu den einflussreichsten Denkern der Gegenwart. Er löste sich von der Frankfurter Schule durch die Integration neuerer Theorieansätze der Kritischen Theorie. Sein umfassendes Werk reicht von der Sozial- zur Religionsphilosophie oder Epistemologie, er schuf Diskurs-, Handlungs-, und Rationalitätstheorien. Habermas beeinflusste mit seinem Schaffen nicht nur Philosophie, Soziologie oder Kommunikationswissenschaft, sondern auch das politische Denken. Er beteiligte sich an den großen theoretischen Kontroversen in Deutschland und bezieht zu wichtigen politischen Ereignissen Stellung. In diesem Rahmen veröffentlicht er unter anderem in der Wochenzeitung Die Zeit.
Updated: 26. Mai 2010
Der Friedensnobelpreis richtet sich nicht nur an die Politiker Europas. Auch seine Bürger sind in der Pflicht, schreibt Jürgen Habermas. Um den europäischen Sozialstaat zu bewahren, müssen sie Solidarität zeigen.
Die Eurokrise erfordert eine gröβere politische Integration der EU, schreibt Jürgen Habermas. Doch auf dem Weg, den die europäischen Spitzenpolitiker jetzt eingeschlagen haben, lassen sie das wichtigste Ziel am Rande liegen: das in einem demokratischen Rahmen etablierte Wohlergehen der Bürger.
Getreu dem Vorbild der deutschen Kanzlerin verschanzen sich Europas Spitzenpolitiker hinter Volkes Willen, um ihre eigene Trägheit zu erklären. Wer jedoch der Krise begegnen und die europäische Idee wiederbeleben will, der braucht ein politisches Rückgrat, warnt der Philosoph Jürgen Habermas. Auszüge.