David McWilliams
Der Autor und Journalist David McWilliams (geb. 1966) sagte schon 2006 den Zusammenbruch der irischen Wirtschaft voraus, die in zu großer Abhängigkeit von einer Immobilienblase stand. Der Diplomökonom war bei der irischen Landesbank, bei UBS und bei der französischen Bank BNP beschäftigt, bevor er sich ganzzeitig dem Journalismus zuwendete. Heute schreibt er regelmäßig für den Irish Independent. Er verfasste nationale Bestseller über Wirtschaftsthemen und ist ein beliebter TV-Moderator, sowie Mitgründer von Leviathan, einer satirischen Kleinkunst-Review, die eine Erneuerung des irischen politischen Lebens mittels einer neuen Verfassung, d.h. eine zweite irische Republik fordert.
EU und IWF haben sich in Griechenland, Irland und Portugal ihre ganz eigene Fantasiewelt ausgemalt. Wirtschaftskolumnist David McWilliams berichtet, dass aber hinter dieser Fassade nun nach und nach die Wirklichkeit durchscheint: Banken voller Fehlinvestitionen.
Die immer lauter werdenden Gerüchte über einen Zahlungsausfall Griechenlands haben die Märkte nicht etwa abstürzen lassen, sondern beflügelt. Folgerung: Lange Agonien und das Herumfackeln um das Schicksal der Eurozone sind schlimmer als ein Zahlungsausfall, findet ein irischer Ökonom.
Die massiven Rettungsaktionen, zuerst für Griechenland und dann für die Eurozone, sind kaum eine Beruhigung für die überspannnten internationalen Märkte. Das Problem, so David McWilliams, liegt darin, dass die Staaten ihr Schicksal an ein fragiles Bankensystem gekuppelt haben, und zwar auf Kosten ihrer Bürger.