Luboš Palata
Als "Bürger Osteuropas" bezeichnet sich Luboš Palata, geb 1967, Journalist der tschechischen Tageszeitung Lidové noviny. Für das Auslandsressort von Lidové noviny kommentiert er die Politik Mittel- und Osteuropas, insbesondere Polens und der Slowakei. Als ehemaliger stellvertretender Chefredakteur von SME, schreibt Palata auch weiterhin für das Blatt aus Bratislava, u.a. führt er einen Blog. Er schreibt ebenfalls für die Wochenzeitung Respekt.
Immer mehr Polen kommen in die ehemalige DDR. Sie füllen die durch die Massenabwanderung der „Ossis” nach dem Fall der Berliner Mauer entstandene Lücke. Lidové noviny fordert die Tschechen auf, dem Beispiel zu folgen und damit die Grenzen von Mitteleuropa aufzuweichen.
Auch wenn die EU eine noch nie dagewesene Krise durchmacht, so hat sie Mitteleuropa doch friedliche Jahre ermöglicht. Um die Kriegsverletzungen des 20. Jahrhunderts endgültig zu überwinden, ist es an der Zeit, sich mit den sperrigen deutschen und russischen Nachbarn zu versöhnen.
Die neue Budapester Regierung will allen Menschen ungarischer Abstammung in den Nachbarländern einen Pass gewähren. Hauptsächlich davon betroffen ist die Slowakei; die reagiert heftig. Eine nationalistische Eskalation könnte die gesamte EU destabilisieren.
Weder auf dem Weg in den Faschismus noch das schwarze Schaf Europas: Der vorausgesagte "schwarze Erdrutsch" bei den Parlamentswahlen vom 11. April fand nur teilweise statt. Viktor Orbáns FIDESZ errang zwar gleich im ersten Wahldurchgang die absolute Mehrheit, doch der erwartete Durchbruch der rechtsradikalen Jobbik-Partei blieb aus, stellt Lidové Noviny fest.