Ivan Krastev
Ivan Krastev ist Leiter des Zentrums für liberale Strategie in Sofia, Chefredakteur der bulgarischen Ausgabe der Zeitschrift Foreign Policy sowie Mitglied des Forschungszentrums Europäischer Rat für Auslandsbeziehungen (ECFR) und des Internationalen Instituts für strategische Studien (IISS). Außerdem schreibt er für führende europäische und amerikanische Zeitungen, darunter The Wall Street Journal, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Le Monde und die Financial Times. Er ist, zusammen mit Alan McPherson, Autor von The Anti-American Century, erschienen 2007.
Beim deutsch-französisch-russischen Gipfeltreffen in Deauville zeichnete sich eine neue geopolitische Ordnung in Europa ab. Bisher galt das traditionelle Bild einer EU, mit einer nach Osten drängenden NATO an ihrer Seite. Das neue Europa hat drei Pole: Russland, die Türkei und die EU führen jeweils ihre eigene Nachbarschaftspolitik, die mit den beiden anderen in Konkurrenz steht.
Alteingesessene gegen neue Mitglieder, unverantwortliche gegen rechtschaffene Staaten, Toleranz der EU angesichts überzogener Forderungen: Die Krise der Einheitswährung hat innerhalb der Union eine neue Schwachstelle enthüllt, so der bulgarische Politologe Ivan Krastev.