Marek Magierowski
Marek Magierowski ist seit 2006 stellvertretender Chefredakteur der konservativen polnischen Tageszeitung Rzeczpospolita. Der 1971 geborene Journalist war zuvor Ressortleiter bei der Tageszeitung Gazeta Wyborcza und dem Newsmagazinen Polska und Forum. Er unterhält auch einen täglich upgedateten Blog auf der Webseite von Rzeczpospolita.
Nach Katalonien und dem selbst ausgerufenen Padanien spricht nun auch Schottland ganz offen von seiner Unabhängigkeit. Eigenständig würden all diese Regionen nicht unbedingt von Europa profitieren. Dennoch führen sie das europäische Ideal als politisches Argument ins Feld.
Die EU-Führung sei von politischer und wirtschaftlicher Zusammenlegung besessen und das sei der Ursprung der aktuellen Krise, die die Eurozone erschüttert, schreibt Marek Magierowski.
Am 9. Oktober wählen die Polen ihr Parlament. Die Wahl zwischen dem amtierenden liberalen Ministerpräsidenten Donald Tusk und dem konservativen Jarosław Kaczyński ist auch eine Wahl zwischen zwei völlig gegensätzlichen Visionen über die Lage des Landes. Doch beide Lager könnten schnell enttäuschen.
Die von der französischen Regierungspartei (UMP) organisierte Säkularisierungsdebatte wurde von den Muslimen des Landes als brutale Attacke gegen den Islam bezeichnet. Die Linke sah darin eine Strategie der Rechten, um die Wähler der rechtsextremen Front National für sich zu gewinnen. Aber gar nicht darüber zu sprechen wäre auch ein Erfolg für die Extremisten, meint ein polnischer Leitartikler.
Die Krise überwinden und gleichzeitig die sozialen Privilegien der Menschen in der Union bewahren? Pure Illusion, meint der polnische Publizist Marek Magierowski.