Die Stadt Limerick im Westen Irlands ist Schauplatz eines blutigen Krieges zwischen Rauschgiftgangs. Angesichts der zunehmenden Gewalt ergreift die Regierung drakonische Maßnahmen. Anwälte und Justizvertreter befürchten eine Aushebelung des Rechtsstaats, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Gewehrsalven, Rachetaten, nächtliche Hinterhalte: Nicht durch die Menge der Morde, sondern durch ihre unmenschliche Kaltblütigkeit beeindrucke der Limericker Krieg der Drogenclans, schreibt Johannes Leithäuser im Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Diejenigen Bürger, die zu dem Krieg der Kartelle etwas zu sagen wagen, sagen fast alle das gleiche: Die Strafen für das Tragen von Waffen müssten drastisch erhöht werden. Viele [...] plädierten dafür, die irische Armee nach Limerick zu schicken."
Ein Klima der Angst habe sich entwickelt. Prozesse scheiterten am Mangel an Geschworenen. "Solche Begebenheiten zeigen, wie die staatliche Gewalt und Autoritätsausübung allmählich aus der öffentlichen Hand in die Faust privater Clans hinüberwandert." Die Regierung verschärfte die Strafgesetzgebung. So sehr, dass Irlands Grundrechte ins Schwanken kommen: Ein Spezialgericht aus Berufsrichtern bearbeitet nun die Fälle organisierter Kriminalität, es gibt neue Strafbestände, verlängerte Haftstrafen, und vor allem: "Zur Feststellung, dass eine bewaffnete Clique eine organisierte Bande sei, kann die Aussage polizeilicher Ermittler genügen, wenn sie unter Eid geleistet wird." Verfassungsrechtler protestierten, verabschiedet wurde das Arsenal trotz allem eiligst. In der Zwischenzeit läuft der Bandenkrieg weiter...
