Dänemark, das mit seinem Alleingang bei den Grenzkontrollen Furore macht, leitet den Rückbau der EU-Länder ins Nationale ein. Dann wird es wieder Grenzkontrollen geben, keine ausländischen Studenten, Einfuhrbeschränkungen und Transitverträge. Klingt gut, oder?
Die Luft ist draußen. Das Projekt EU ist in eine schwere Krise geraten. Modernistisch ist daran nichts mehr, modern sind der Rückbau und die Sehnsucht nach nationaler Beschaulichkeit. Das treiben nicht bloß rechte Parteien voran, das ist fast schon Konsens. Und weil der breite Sog dieser Befindlichkeit mit konkreten Problemen der EU einhergeht, rutscht das gemeinsame Projekt tatsächlich bereits ab. Dänemark macht mit seiner angekündigten Wiedereinführung von Grenzkontrollen vor, wie es wohl bald in vielen Mitgliedstaaten weitergehen könnte.
Sehnsüchte nach einem Rückbau der EU gibt es genug. In Österreich wünschen sich heute viele Menschen den Schilling zurück, der nicht von Griechenland, Portugal und Irland gefährdet wäre. Viele träumen von der Rückkehr zu Grenzkontrollen, damit keine Einbrecherbanden, Bettler, illegale Zuwanderer und Drogenhändler mehr ins Land kommen. Sie würden es gutheißen, dass keine ausländischen Studenten mehr die heimischen Universitäten überfüllten. Sie würden wohl ohne Zögern befürworten, dass es wieder Beschränkungen für den Transitverkehr gebe. Eine Mehrheit, wir wissen es aus Umfragen, wäre für die Wiedereinführung von Barrieren für unseren Arbeitsmarkt. Und viele Unternehmen und Arbeitnehmer würden es letztlich nicht nur mittragen, sondern sogar vehement fordern, dass es wieder Einfuhrbeschränkungen für jene Produkte geben soll, die ihren eigenen heimischen Erzeugnissen den Rang ablaufen. Der Rückbau soll beginnen.
Er wird tatsächlich beginnen, wenn niemand in der Führung auch unseres Staates die Stimme erhebt und sich jetzt klar zum gemeinsamen Projekt Europa bekennt. Zum ganzen Artikel auf der Website der Presse...