Angela Merkel erlebt eine Zeitenwende. Bei den gestrigen Landtagswahlen stürmten die Grünen die konservative Hochburg Baden-Württemberg – und stellen das Land auf den Kopf. Sie sind nun Volkspartei. Kanzlerin Merkel wird trotzdem bleiben. Sie hat für diese Krise vorgesorgt.
Der Wahlabend kennt nur einen Gewinner – die Grünen. Sie haben es geschafft, große Hoffnungen auf eine neue Politik zu erzeugen, nun werden sie liefern müssen. Beim Thema Stuttgart 21, beim Thema Atom. Wir schließen die Augen und stellen uns das kurz vor: Baden-Württemberg stellt als Mehrheitseigner EnBW seine Meiler ab, und eins der größten Milliardenprojekte der Bahn wird mal eben abgeblasen. Das wird die Republik auf den Kopf stellen.
Diese Wahlen zeigen: Die Grünen haben etwas, was den anderen Parteien abgeht. Ein klares Profil. Sie erscheinen glaubwürdig, sie verkörpern eine Vision.
Die SPD jubelt zwar mit, aber man fragt sich: Warum eigentlich? Die Grünen sind dabei, der SPD als Volkspartei ernsthaft Konkurrenz zu machen, in Rheinland-Pfalz hat der Affärenkönig Kurt Beck den Genossen fast zehn Prozentpunkte Minus beschert. Die Genossen fassen nicht wirklich Tritt, Profiteure der schwarz-gelben Krise sind vor allem die Grünen. Die SPD wird von den Wählern offenkundig nicht als Zukunftsmodell empfunden, die Grünen schon. Nun ist die Versuchung groß, auch Angela Merkel nach dem Desaster von Schwarz-Gelb in Baden-Württemberg mal eben so das baldige Ende vorauszusagen. Doch das wäre wohl ziemlich sicher ein Fehler.
Klar, sie hat's vermasselt. Sie hat Günter Oettinger nach Brüssel weggelobt und zugelassen, dass der überforderte Stefan Mappus Ministerpräsident wird. Zum ganzen Artikel auf Spiegel Online...
