Gebannt verfolgt die Welt den Umbruch in Ägypten – und auch angstvoll. Was kommt danach, wird schon gefragt. Die Zukunft ist ein Risiko, und hätten nicht auch wir es einst gewagt, wir säßen noch in Höhlen oder lebten unter der Knute, schreibt ein österreichischer Autor.

Ich verbringe in diesen Tagen wie viele andere auch Stunden vor dem Live-Stream von Al-Jazeera, wo man bisher jedenfalls in Echtzeit dabei sein konnte, wie Geschichte geschrieben wird. Mit der Umsturzbewegung in Ägypten erleben wir – nach der demokratischen Revolution in Tunesien – den zweiten Akt des erstaunlichen „arabischen Frühlings“. Oder des „1989 der Araber“.

Und das ist packend und begeisternd: Bürgerrevolutionen in wichtigen arabischen Ländern hatte doch kaum jemand von uns auf dem Radar. Man hat die Bevölkerungen als frustriert und apathisch beschrieben oder gar als leicht manipulierbar von Autokraten und Islamisten. Und jetzt das. Die junge Generation in den Städten ist wohl nicht so viel anders als Studenten im Westen. Sie haben dieselben Wünsche. Und sie leben dank des Internets auch tatsächlich im selben Orbit.

Vielleicht haben Internet und soziale Medien eine viel dramatischere Auswirkung auf das allgemeine Bewusstsein, als wir bisher annahmen. Auch die sogenannten Experten wissen in Wirklichkeit gar nichts: Denn zu viel ist da in den vergangenen ein, zwei Jahren in Bewegung geraten, und das Expertenwissen bezieht sich oft auf lange, historische Erfahrungen, die aber möglicherweise von jüngsten gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen dramatisch überholt wurden, ohne dass die "Experten" das überhaupt bemerkt haben. Weiter zum ganzen Artikel auf der Website des Standard...