Beschäftigung: Eine einmalige Gelegenheit für Unternehmer
23. März 2012
Frankfurter Rundschau
Frankfurt
Aufgeweichter Kündigungsschutz, drastische Lohnsenkungen Erhöhung des Rentenalters: Unter dem Druck von Rezession und Staatsschulden schleifen europäische Regierungen reihenweise die Arbeitnehmerrechte. Zur Freude der Arbeitgeber.
In Griechenland, Spanien, Italien und Portugal wütet die Krise. Ganz Südeuropa liegt am Boden. Ganz Südeuropa? Nein. Einigen Menschen in diesen Ländern gehen lang gehegte Wünsche in Erfüllung. Zum Beispiel Juan Rosell, Chef des spanischen Arbeitgeberverband CEOE. Jahrelang hatte er eine Aufweichung des Kündigungsschutzes angemahnt. Nun hat die Regierung seine Forderung erfüllt. „Es wird nicht die letzte Arbeitsmarktreform gewesen sein“ prophezeit Rosell siegesgewiss. Die Krise ist seine Chance.
Die Unternehmen Europas haben Oberwasser. Unter dem Druck von Rezession und Staatsschulden schleifen Regierungen flächendeckend Arbeitnehmerrechte und drücken Lohnkosten. Ziel ist es, die Standorte für Investoren billiger und damit attraktiver zu machen. „Europa ist auf dem Weg in ein Unternehmer-Paradies – auf Kosten der Arbeitnehmer“, klagt Apostolos Kapsalis vom Forschungsinstitut des griechischen Gewerkschaftsbundes GSEE.
Angesichts explodierender Arbeitslosenraten und der Sparforderungen der EU sind die Gewerkschaften in die Defensive geraten. Zum Beispiel in Griechenland, wo die Regierung Mindestlohn und Arbeitslosenhilfe drastisch gekappt hat. „Damit sind massive Lohnsenkungen zu erwarten“, so Michala Marcussen von der Bank Société Générale. Auch das Rentenalter wurde hochgesetzt, was dem Staat nicht nur Rentenzahlungen erspart, sondern auch die Zahl der Bewerber auf dem Arbeitsmarkt erhöht. Dies facht die Konkurrenz der Arbeitnehmer um Jobs weiter an. „Griechenland ist die Ratte im europäischen Reform-Labor“, so Kapsalis. „Hier wird geprüft, was an Abbau so geht.“ Schon würden ähnliche Programme auch in anderen Ländern angewandt, warnt der Gewerkschafter. Lesen Sie den ganzen Artikel auf der Website der Frankfurter Rundschau...