Wirtschaft
Island
Island leistet Widerstand
7. Januar 2010 Presseurop
Poolparty auf dem Musikfestival Iceland Airwaves, Oktober 2009 (Rene Passet)
Mit seiner Entscheidung, ein Referendum durchzuführen, in dem über die Rückzahlung der Schulden seines Landes abgestimmt werden soll, widersetzt sich der isländische Präsident den Forderungen Europas. Jedoch ist sich die europäische Presse einig darüber, dass es nicht die Bürger sein dürfen, die für die Fehler der Bankiers zahlen müssen.
Am 4. Januar hatte der Präsident Islands Ólafur Grimsson bekanntgegeben, dass ein Referendum über das Gesetz zur Rückzahlung der Schulden seines Landes entscheiden soll. In London und Amsterdam führte diese Neuigkeit zu heftigen Auseinandersetzungen. Das Vereinigte Königreich und die Niederlande warten auf die Rückzahlung der 3,8 Milliarden Euro, die ihre Sparer nach dem Zusammenbruch der Bank Icesave 2009 verloren hatten.
„Bis zu dem Augenblick, in dem der Präsident diese Woche seine Bombe hochgehen ließ, befand sich Island nach dem desaströsen Abstieg in die wirtschaftliche Katastrophe eigentlich wieder auf dem besten Weg in Richtung Aufschwung“, berichtet The Independent. Und trotz der bevorstehenden Rückzahlung „waren die wirtschaftlichen Zeichen erstmals seit langer Zeit wieder positiv“. Doch folgte man dieser Ansicht nicht und inszenierte „einen egoistischen Präsidenten, der mit dem Willen seines Parlamentes nicht einverstanden ist“, sowie „einen tobenden Außenminister, der sich durch Bestürzung über die britische Antwort und die mangelnde Kommunikation innerhalb der isländischen Regierung auszeichnet“.
Jedoch weist die Londoner Tageszeitung darauf hin, dass es sich hierbei noch um etwas ganz anderes dreht: „Ein Land, welches genug davon hat, dass man ihm dauernd sagt, was es zu tun und zu lassen hat“. Schließlich „verlangt die EU von jedem einzelnen Isländer, dass er durchschnittlich 12.000 Euros zurückzahlt, um die Schulden zu begleichen“, betont der Wirtschaftsexperte und Journalist David McWilliams im Irish Independent. "Die EU und der IWF (Internationaler Währungsfonds ) fügten hinzu, dass davon die Hilfe für Island abhängig sei. Der Präsident ist der Meinung, dass der Preis für diese Hilfe eine Strafe für den Bürger ist und man daher ein Referendum durchführen müsse. Kurz gesagt dürften die Outsider (die Bürger) nicht dazu gezwungen sein, den Insidern (den Banken) unter die Arme zu greifen.“
„Die Geschichte Islands liest sich wie das Spiegelbild der Geschichte Irlands“, kommentiert Mc Williams die Lage. Auch dieses Land erleidet die Finanzkrise mit voller Wucht. „Jedoch hat man in Island, ganz im Gegensatz zu Irland, wo die Bürger für die Aktieninhaber aufkommen müssen, einen anderen Weg gewählt.“
Wie kann man Island helfen?
„Island ist ein mit einem Bankensystem ausgestattetes Land. Irland ist in erster Linie ein Bankensystem, noch bevor es ein Land ist“, lautet das Urteil des Wirtschaftsexperten. „In den vergangenen fünf Jahren haben sich die isländischen Banken genau so verhalten wie die unsrigen. Sie haben an irgendwelche Leute immer mehr Kredite vergeben und vor allem ihren Freunden Geld geliehen. Als sie dann keine isländischen Einlagen mehr hatten und auf dem Trockenen saßen, liehen sie sich Geld aus dem Ausland, um ihre Entwicklung zu finanzieren. Als das System dann explodierte, steckten die Aktieninhaber plötzlich in der Zwickmühle. Man muss sich wirklich fragen, was in den Köpfen der englischen Einzahler vorging, als sie ihre Ersparnisse isländischen Banken anvertrauten, von denen sie noch nie etwas gehört hatten.“
In Amsterdam prangert De Volkskrant die „brutale“ Haltung der niederländischen und britischen Führungspersonen an. „Es fehlt nur noch, dass die britische und niederländische Marine zur Mission nach Reykjavik gerufen werden“, bemerkt die Tageszeitung ironisch. Für sie „braucht es in dieser Situation“ vor allem „Mitgefühl“.
„Ein bankrottes Island nützt weder Großbritannien noch den Niederlanden“, warnt die Zeitung. „Ein zu hoher Schuldenberg könnte den Wirtschaftsaufschwung des Landes blockieren und die gut ausgebildeten Bewohner dazu bringen, das Land zu verlassen. Von dem Tag an, an dem nur noch Fischer übrig sind, werden die Niederlande und Großbritannien lange darauf warten können“, dass sie ihr Geld wiedersähen.
Nach Meinung der Volkskrant sollten London und Amsterdam „über eine mögliche versöhnende Geste nachdenken, wie beispielsweise auf einen Teil der [isländischen] Schulden oder der Zinsen zu verzichten“. Wie Jyllands-Posten allerdings feststellt, ist das mehr als unwahrscheinlich. Die dänische Tageszeitung erklärt, dass man an dieser Affäre erkennen kann, wie solidarisch man sich in internationalen Kreisen gegenüber Island verhält. Schließlich könnten sich Länder wie Lettland, Griechenland und Ungarn bald in einer ganz ähnlichen Situation befinden. Jedoch gäbe es, wie ein von der Zeitung zitierter Wirtschaftsexperte erklärt, „ein Limit für diese Hilfe. Gegenwärtig nehmen wir gerade allerorts wahr, dass die internationale Gemeinschaft nicht gerade dafür bekannt ist, einfach so Schulden zu erlassen.“
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Chaque citoyen doit plus que
valnapo | 08.01.2010 | 14:01
Chaque citoyen doit plus que jamais se poser la question du "le travail, pour quelle finalité?" et "une bonne vie, individuelle et collective, c'est comment?" et en tirer des conséquences dans ses choix électoraux et ses actions quotidiennes. Le système entier est conditionné en amont par ces déterminations individuelles de valeurs à satisfaire pour vivre pleinement sa propre vie et construire une société "juste" (notion forcément évolutive dans son expression, puisque le monde n'est pas habité par 100% de saints ou de bouddhas)
Bien sur oui à la solidarité, mais hélas c'est souvent une notion à sens unique ou ce sont toujours les mêmes qui profitent et les même qui trinquent. (Illustration dans les entreprises où des licenciements en masse sont opérés et en même temps sont distribués de jolis dividendes aux actionnaires. C'est cela la solidarité = sacrifice des uns au profit de quelques autres. Et faisons taire ces scrogneugneu de rhétoriciens qui expliqueront toujours que bien sur cela est pour notre bien et que "son patron" (entreprise ou politique) fait tout cela pour notre bien, que lui il sait et que nous pauvres ignorants on doit le remercier et le suivre aveuglément)
Alors oui à la solidarité, car comment faire autrement sauf à vivre comme des bêtes fauves sauvages dans la violence et le malheurs, mais que les décisionnaires gardent leurs arrières (trains)sinon un de ces jours "panpanculcul.
Bank system
KristenH | 21.01.2010 | 12:07
The banks are the ones that we depend on when we have no money to use. But when the banks lead us into trouble and bankruptcy there is nowhere to go. Some people have made the argument that if the banks that needed the billions from the bank bailouts had based their business more on customers than on just being an institution, the crisis wouldn't have happened. As a result, more people want to get their money out of large banks, and into other businesses like community banks and credit unions, which is the focal point of a grassroots movement called Move Your Money. The idea is to get your money out of large banks, and into community institutions – heck, some credit unions even offer payday loans – that work with customers, not Wall Street.
This looks like the part at
pauls | 03.06.2010 | 03:35
This looks like the part at the hotels in los angeles where I stayed with some friends last weekend, such great times can't wait to go back on labor day weekend.
It is really great that the
Mr Dominique | 22.06.2010 | 12:40
It is really great that the president thinks in this way consider the debt policy. People are not able to configure banks' problems by paying taxes, and especially in such difficult situation for their country. So, I resume the government is the only part who should take the whole responsibility for the default and to implement the appropriate financial measures.
Thanks, Mr Dominique
This is so true. the Icelandi
spsdel01 | 10.07.2010 | 15:03
This is so true. the Icelandi government is imposing the tax for good reason. People are hunting for government jobs but this time president has done something good to the policy. Its great man.
Good one. I like the post.
zara454 | 29.07.2010 | 16:49
Good one. I like the post. Good informative.
std symptoms
No more government guarantees
Liet Kynes | 16.01.2010 | 23:32
There is one reason, why English and Dutch put their money in unknow iceland's banks. Government if Iceland guaranted to pay off their deposits even if banks colapse. It happened and government have to keep the promice. If not it will loose trust, which is valuable asset today.
In fact, government of Iceland shouldn't have guaranteed this deposit, if it is unable to pay it off.