Debatten
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Belgien: „Ein weiterer Schritt in Richtung Sterbehilfe für Minderjährige“
10. Juni 2013293 5PresseuropDe Morgen -
Niederlande : „Ärzte: Nur beschränkte Sterbehilfe bei Demenz“
16. Mai 201338 2PresseuropDe Volkskrant -
NSU-Prozess : Man lernt nicht einfach aus Geschichte
7. Mai 2013207 6 Die Welt Berlin -
Banken: Weg mit den hohen Bonuszahlungen
8. März 20131038 36 The Guardian London -
Schweden: Kirchlicher Segen für gleichgeschlechtliche Paare
30. Januar 20133937 51 Libération Paris -
Frankreich: „Die Flutwelle“
14. Januar 201316 1PresseuropLe Figaro -
Tschechische Republik – Slowakei: Das verpasste Glück der Tschechoslowakei
7. Januar 2013154 165 Respekt Prag -
Die Presse in Europa (3/5): Die Zeitung stirbt nicht im Silicon Valley
26. Dezember 2012817 5 Frankfurter Allgemeine Zeitung Frankfurt -
Europäische Integration: Wir brauchen ein Referendum über Europas Zukunft
17. Oktober 2012276 56 Il Foglio Mailand -
Friedensnobelpreis: Oslos Appell an Europa
15. Oktober 2012620 45 La Repubblica Rom -
Belgien: Weg mit dem Unwort
20. September 201270 8PresseuropDe Morgen -
Demokratie: Die Bürger im Mittelpunkt der Union
14. September 2012474 56 Gazeta Wyborcza Warschau -
Eurokrise: Letzte Rettung durch die Reichen?
17. August 2012557 59 Der Tagesspiegel Berlin -
Religion: Warum Beschneidung wehtut
20. Juli 2012138 34 Die Zeit Hamburg -
Banken: Wie Island seine Bankster jagt
12. Juli 20123246 14 Le Monde Paris -
Österreich: Zu dumm fürs Referendum?
10. Juli 2012100 9 Die Presse Wien -
Eurokrise: Deutschlands Geisterfahrt
19. Juni 2012622 252 Der Spiegel Hamburg -
Breivik-Prozess: Der Mythos von Norwegens verlorener Unschuld
16. April 2012190 3 Stavanger Aftenblad Stavanger -
Deutschland: Günter Grass, ein „ewiger Antisemit“, sagt die Welt
4. April 2012169 25PresseuropSüddeutsche Zeitung -
Roumanie: Der Untergang der Intellektuellen
29. März 2012184 18 Evenimentul Zilei Bukarest -
Demokratie: Wer schafft einen „europäischen Salon“?
27. März 2012180 76 Dagens Nyheter Stockholm -
Estland: Diese “Freiheitskämpfer” von der SS
11. Januar 2012PresseuropDie Tageszeitung -
Presseschau: Frankreich-Türkei: Streit um Völkermord
23. Dezember 2011122 13PresseuropYeni Şafak, Milliyet, Zaman & 3 weitere -
Deutschland: Feuilleton zwischen Demokratie und Apokalypse
9. November 2011261 7PresseuropFrankfurter Allgemeine Zeitung -
Slowakei : Kommunistische Partei soll Verbrechen geleugnet haben
7. November 20113PresseuropSME -
Frankreich: Die lange Geschichte eines vergessenen Massakers
17. Oktober 2011574 10 Le Monde Paris -
Tschechische Republik | Niederlande: Cannabis - Medikament oder harte Droge?
6. Oktober 20111PresseuropDe Volkskrant -
Ideen: Hamlet kann kein Föderalist sein
28. August 2011232 17 Evenimentul Zilei Bukarest -
Norwegen und danach: Spiel nicht mit den Populisten
26. Juli 2011315 6 Trouw Amsterdam -
Malta: Scheidung ab Herbst
26. Juli 2011PresseuropThe Times of Malta -
Spanien: Der Bürgerkrieg bleibt eine offene Wunde
18. Juli 2011113 2 El País Madrid -
Polen: Abtreibungsdebatte flammt wieder auf
8. Juli 20111PresseuropNewsweek Polska -
Demokratie: Islands Verfassung 2.0
4. Juli 20111549 2 Sydsvenskan Malmö -
Spanien: „Die Empörten“ sind einen Schritt weiter
29. Juni 2011157 1 El País Madrid -
Europäische Union: Zurück zur Nation
8. Juni 2011650 24 Frankfurter Allgemeine Zeitung Frankfurt -
Europa: Krieg gegen Drogen findet nicht statt
3. Juni 20114PresseuropLibération -
Politik-Fiktion: Los für Europa 2.0
30. Mai 2011245 7 Die Welt Berlin -
Großbritannien: Minister stolpert über Vergewaltigungsfrage
19. Mai 2011PresseuropThe Independent -
Niederlande: Rabbiner verteidigen rituelles Schlachten
13. April 20111PresseuropDe Volkskrant -
Burka-Verbot: Der Islam in Europa ist ein echtes Problem
11. April 2011175 2 Rzeczpospolita Warschau -
Meinung: Burka-Verbot, kein guter Schachzug
11. April 2011111 9 The Independent London -
Ideen: Der Westen hat das Beste hinter sich
15. März 20111PresseuropCourrier international -
Polen / Deutschland: Protest gegen Geschichtsumschreibung
15. Februar 2011PresseuropGazeta Wyborcza -
Multikulti: Toleranz heißt nicht Gleichgültigkeit
11. Februar 2011265 1 Spiked London -
Großbritannien: Multikulti kriegt noch einen ab
7. Februar 2011206 3 Presseurop -
Baltikum: Minderheiten bitte den Rand halten
6. Januar 201181 4 De Volkskrant Amsterdam -
Integration: Im achten Kreis der Hölle
3. Januar 201187 4 Die Tageszeitung Berlin -
Deutschland: Wie werden wir ein schöner Land?
7. Dezember 20101PresseuropDie Tageszeitung -
Freiheiten: Nicht alles ist ein Fall für Brüssel
6. Dezember 2010302 9 Revue Politika Brünn -
WikiLeaks: Rächende Hacker und Spione in der Kutsche
2. Dezember 201010033 11 Libération Paris
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Kaum eröffnet, wurde der Prozess gegen die fünf Mitglieder des NSU vertagt. Egal was noch kommen mag, wird er weder die vollständige Wahrheit über den rechtsextremen Terror ans Licht bringen, noch den eigentlichen Skandal der NSU-Affäre vergessen lassen können: die Unfähigkeit und Blindheit der Ermittlungsbehörden.
Nachdem die kolossalen Rettungspakete für die europäischen Banken kein neues Wachstum hervorgebracht haben, fegt nun eine neue Tendenz über den Kontinent. Das Blatt hat sich gegen die Ausschweifungen der Firmen gewendet. Die Öffentlichkeit will Rache und die Banker können nur sich selbst die Schuld daran geben.
In Frankreich tobt der Streit um die „Ehe für alle“, in Polen lehnt das Parlament zivile Lebensgemeinschaften ab, doch ein Land lässt die Debatte kalt: Schweden. Dort regt sich keiner mehr auf, auch nicht wenn die lesbische Bischöfin heiraten will.
Vor 20 Jahren wurde die Tschechoslowakei in zwei neue Länder aufgeteilt. Hätte man die verarmte Nation in ein multi-ethnisches Land verwandelt, dann wäre die Gesellschaft in beiden Ländern heute demokratischer, findet ein Kolumnist mit der doppelten Staatsangehörigkeit.
Der Friedensnobelpreis richtet sich nicht nur an die Politiker Europas. Auch seine Bürger sind in der Pflicht, schreibt Jürgen Habermas. Um den europäischen Sozialstaat zu bewahren, müssen sie Solidarität zeigen.
Die repräsentative Demokratie und das Konzept von bürgerlichem Engagement und Solidarität der Europäer werden immer schwächer, was die Krisenbewältigung erschwert. Wenn sich die Bürger nicht stärker beteiligen, dann wird die Union in ihrer jetzigen Form nicht überleben, warnt ein polnischer Journalist.
Europa rettet nicht gerade Griechenland oder Spanien. Die Mittelschicht der Länder zahlt für Fehlinvestitionen reicher Privatanleger. Deshalb sollten diese auch zur Kasse gebeten werden, meint der Tagesspiegel und verteidigt eine vielerorts auf dem Kontinent debattierte Reichensteuer.
Seit ein deutsches Gericht die Beschneidung eines Minderjährigen zur Straftat erklärte, debattiert Deutschland über die Religionsfreiheit. Wie schon beim Kopftuch oder beim Kruzifix zeigt die Aufregung, dass der Gesellschaft das Religiöse immer mehr Angst macht.
In London fälscht Barclays die Zinssätze für Kredite zwischen Banken. In Madrid soll Bankia seine Konten vor dem Börsengang frisiert haben. Wie die betrügerischen Banken zur Rechenschaft ziehen? In Island spüren Sonderermittler die Verantwortlichen auf, um sie der Justiz zu überstellen.
Der ESM gehört dazu, und der Fiskalpakt auch: Sollten die ganz großen politischen Entscheidungen eines Landes dem Wähler zur Abstimmung vorgelegt werden? — In Wien, das seit Monaten über mehr Transparenz und direkte Demokratie debattiert, bremst die Politik mit beiden Füßen.
Einem Kolumnisten reicht es. Boulevard- und Qualitätspresse in Deutschland titeln dieser Tage, alle Welt wolle der Deutschen Geld. Das ist erstens falsch und zweitens gefährlich, schimpft Jakob Augstein und greift zur Argumentation tief in Geschichtskiste. Europe erlebe seinen Weimar-Moment. Merkel sollte gehen.
Anders Breivik plädiert auf „nicht schuldig“ im Prozess, der heute gegen den rechtsextremistischen Terroristen beginnt. Einige Monate nach dem Massaker von Utøya bestreitet ein norwegischer Journalist den weltweit übernommenen Mythos von der verlorenen Unschuld.
Schlechter Geschmack, verbale und physische Gewalt, Rassismus und Sexismus: Für den Schriftsteller Mircea Cartarescu hat die rumänische Gesellschaft seit dem Fall des Kommunismus vor allem das hervorgebracht. Und während sich über die Medien ein neuer Populismus entwickelt, finden die Intellektuellen kein Gehör mehr.
Zunächst gab es Bücher, dann die Presse und schließlich das Internet. Seit fast zwei Jahrhunderten fördert ein virtueller Diskussionsraum die Demokratie. Den Europäern heute fehlt aber ein Platz für gemeinsame Debatten, bedauert Dagens Nyheter.
Wütend reagierte Ankara auf den Beschluss der französischen Nationalversammlung, das Leugnen des Völkermords an den Armeniern unter Strafe zu stellen. Während die französische Presse das Gesetz eher kritisch beäugt, nimmt man in der Türkei kein Blatt vor den Mund.
Vor 50 Jahren tötete die Pariser Polizei zwischen 100 und 200 Algerier, die friedlich demonstrierend durch die Hauptstadt zogen. Lange galt die Gewalttat als Tabu. Jetzt tritt der 17. Oktober 1961 nach und nach ins kollektive Gedächtnis ein.
Die Vereinten Staaten von Europa, so wie einige sie sich herbeiwünschen, sind ein Hirngespinst und völlig unvereinbar mit Geschichte und Vielzahl der Kulturen unseres Kontinents, konstatiert der rumänische Schriftsteller Mircea Cărtărescu.
Breivik ist für seine Gräueltaten selbst verantwortlich. Doch der rechtspopulistische Nährboden hat dafür gesorgt, dass der Mann so viele wahnsinnige Ideen ernten konnte. Das sagt viel über den geistigen Zustand Europas aus, meint ein niederländischer Historiker.
Vor 75 Jahren unternahm der antirepublikanische General seinen Staatsstreich. Bis heute ist es dem spanischen Königreich nicht gelungen, eine objektive und unbestrittene Geschichte seiner Diktatur zu schreiben. Ein Teil der politischen Rechten beharrt immer noch darauf, das selektive Vergessen hochzuhalten.
Nach dem Börsencrash 2008 stürzten die Isländer ihre Regierung. Mit der von den Bürgern selbst initiierten Revolution ist aber noch lange nicht Schluss. Nun sollen alle Internetnutzer an der neuen Verfassung des Landes mitschreiben.
Die Bürgerbewegung hat seit Mitte Mai zehntausende Menschen auf die Straße gelockt. Kann sie die Sitten der spanischen Demokratie umkrempeln? Oder bloß ein Ventil für junge spanische Wutbürger bleiben?
Die Europäische Union war das Beste, was dem Kontinent passieren konnte. Im Laufe der Jahre ist sie zu einem bürokratischen Golem gewachsen, unkontrollierbar, unabwählbar. Es gibt nur einen Weg, den Kollaps zu vermeiden: zurück zur Nation und zur Demokratie.
Vergesst den Nationalstaat: Europa ginge es viel besser, wenn es sich grundlegend neu sortierte - in potente Regionen im Norden und im Alpenraum und pittoreske Bankrotteure im Süden, schreibt der Soziologe Gunnar Heinsohn.
Die von der französischen Regierungspartei (UMP) organisierte Säkularisierungsdebatte wurde von den Muslimen des Landes als brutale Attacke gegen den Islam bezeichnet. Die Linke sah darin eine Strategie der Rechten, um die Wähler der rechtsextremen Front National für sich zu gewinnen. Aber gar nicht darüber zu sprechen wäre auch ein Erfolg für die Extremisten, meint ein polnischer Leitartikler.
Das Tragen einer Burka in der Öffentlichkeit ist ab heute in Frankreich verboten. Für The Independent gehört das neue Gesetz zur Wahlpropagandataktik eines kampfbereiten Nicolas Sarkozy und wird die Verhältnisse für Muslime in Europa nur verschlimmern.
Zuerst Merkel, dann Cameron und jetzt Sarkozy. In ganz Europa sitzen der Multikulturalismus und sein Vermächtnis auf der Anklagebank. Doch dem Soziologen Frank Furedi zufolge stiftet der Multikulturalismus Uneinigkeit, weil er eine verwässerte Form der Toleranz fördert.
In den drei ehemaligen Sowjetrepubliken stellen die russischen und polnischen Minderheiten einen bedeutenden Teil der Bevölkerung, verfügen jedoch nur über wenige Sprachrechte. Ein flämischer Journalist berichtet empört.
Seit Thilo Sarrazin seine Thesen zum deutschen Kulturverlust durch zu zahlreiche muslimische Einwanderer veröffentliche lodert die Integrationsdebatte. Der aus Russland stammende Schriftsteller Wladimir Kaminer meldet sich jetzt zu Wort und geißelt die Unsitte, eine Gesellschaft an ihren „Starken“ und „Schwachen“ zu messen. Wir sitzen alle im selben Boot.
Die Europäische Kommission plant ein allgemeines Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen. Diese Beharrlichkeit, mit der sie Gesetze zum Wohle der Europäer erlässt, könnte sich – im Namen der Freiheitsrechte – auch gegen sie wenden, urteilt ein tschechischer Rechtsexperte.
Für den Schriftsteller und Intellektuellen Umberto Eco lehrt die WikiLeaks-Affäre zweierlei: die heuchlerische Beziehung zwischen Staat, Bürgern und Presse, und die baldige Rückkehr zu altmodischen Kommunikationswegen.