Kultur & Debatten
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Europäische Union: Das ist eine Demokratie-Krise
25. Januar 201359869 The Guardian London -
Polen: „Der Tod des Präsidenten“
25. Januar 2013527PresseuropPolska The Times -
Rumänien: Unsere arme Literatur...
24. Januar 20131817 România libera Bukarest -
Pressefreiheit: Wie Brüssel die Medien retten will
23. Januar 2013686PresseuropFinancial Times -
Slowakei: Ein Seufzer für Košice
18. Januar 20131174 Lidové noviny Prag -
Spanien: „Spanisch, die zweitgrößte Sprache der Welt“
15. Januar 20132484PresseuropABC -
Estland: Bürger machen Gesetze
8. Januar 20134822PresseuropPostimees, Eesti Päevaleht -
Neujahrs-Quiz : 40 knifflige Fragen zu Europa
31. Dezember 201284955 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Frankfurt -
Die Presse in Europa (5/5): In der Brüsseler Seifenblase
28. Dezember 201248614 Inside Story Melbourne -
Die Presse in Europa (4/5): Der Tod des Literaturkritikers
27. Dezember 201291817 Axess Stockholm -
Die Presse in Europa (2/5): Und ewig lockt die Macht
25. Dezember 20124099 The New York Times New York -
Die Presse in Europa (1/5): El País: Am Größenwahn gescheitert
24. Dezember 201265018 Mediapart Paris -
Kroatien: Der Präsident, der weiß, wo die Musik spielt
20. Dezember 2012131 Le Monde Paris -
Ungarn : Die Regierung schreibt ihre Nationalkultur vor
20. Dezember 20122382PresseuropMagyar Narancs, Népszava, Magyar Nemzet -
Europäische Union : Steht Europa Kopf?
18. Dezember 201238028 Dagens Nyheter Stockholm -
Europäische Union: Ein Preis für verschwundene Grenzen
10. Dezember 201242031 El País Madrid -
Polen: Kattowitz baut auf die Vergangenheit
7. Dezember 20121853 New Eastern Europe Krakau -
Medien : Dieser Artikel wird sich selbst vernichten
6. Dezember 20121348 Der Spiegel Hamburg -
Großbritannien: Des vierten Standes Zähmung
30. November 2012788PresseuropFinancial Times, The Daily Telegraph, The Sun -
Dänemark: Europameister der TV-Serien
30. November 201286933 Le Monde Paris -
Polen: Kriegsfilm wirft Gewissensfrage auf
20. November 20125634PresseuropGazeta Wyborcza, Uważam Rze -
Sparpolitik: Ohne Hoffnung keine Opfer!
16. November 2012286141 Project Syndicate Prag -
Schuldenkrise: Die Pest der Gemeinplätze
14. November 201218415 Hospodářské noviny Prag -
Debatten: Die Bewahrung des europäischen Wunders
13. November 201229465 Dagens Arena Stockholm -
Vereinigtes Königreich: Das große Köpferollen bei der BBC
12. November 20123117PresseuropThe Independent, The Daily Telegraph, The Guardian -
Debatte: Das ganze Unheil Europas
12. November 201216314 Polska The Times Warschau -
Griechenland: Tausche Pressefreiheit gegen Sparzwang
6. November 20122747 The Observer London -
Griechenland: Warum ich die Lagarde-Liste veröffentlicht habe
31. Oktober 2012156190 The Guardian London -
Debatte: Bundesstaat Europa — und das Leben macht wieder Sinn
29. Oktober 201230544 Corriere della Sera Mailand -
Debatte: Verschont uns mit eurem Nationalstaat
25. Oktober 201219385 Der Spiegel Hamburg -
Debatte: Generation Erasmus: Europas letzte Hoffnung
24. Oktober 2012221272 Gazeta Wyborcza Warschau -
Debatte: Staatenbund, ja, aber was für einen?
23. Oktober 201222569 Respekt Prag -
Debatte: Europhoriker, unsere gefährlichsten Freunde
22. Oktober 201236522 Die Zeit Hamburg -
Debatte: Europas Zukunft liegt im Süden
18. Oktober 201260186 Financial Times Deutschland Hamburg -
Katalonien-Schottland: Die verbotenen Früchte der Unabhängigkeit
16. Oktober 201246649 Financial Times London -
Friedensnobelpreis: Ein Preisgeld für Erasmus
15. Oktober 2012262348 The Guardian London -
Belgien: Hollywood an der Nordsee
12. Oktober 2012671 De Standaard Brüssel -
Debatte: Die politische Enteignung der Europäer
12. Oktober 2012153252 Der Hauptstadtbrief Berlin -
Debatte: Europas Verfassung für das 21. Jahrhundert
5. Oktober 201219857 The Guardian London -
Eurokrise: Deutsche Einheit, unser Sündenfall
3. Oktober 2012596153 Der Spiegel Hamburg -
Eurokrise: Bund oder Tod!
28. September 2012759194 Le Point Paris -
Debatte: Wenn Satire nicht mehr zündet
28. September 20128915 Süddeutsche Zeitung München -
Debatte: Die hemmungslosen Diplomaten
28. September 201213411 El País Madrid -
Europäische Integration: Europa ist mehr als Macht und Märkte
26. September 201219863 NRC Handelsblad Amsterdam -
Europäische Integration: SimEuropa ist kein Spiel
24. September 201210815 The Economist London -
Fotografie: Ihr Europa ist auch unseres
21. September 20121112 Público Lissabon -
Debatte: Glauben wir an die EU?
21. September 201228592 Gazeta Wyborcza Warschau -
Niederlande: Die „kleinen Hände” aus dem Osten im Rampenlicht
14. September 20121134 De Volkskrant Amsterdam -
Debatte: Die Eurozone wertet Europa ab
11. September 2012197118 Ta Nea Athen -
Eurokrise: Ein neuer Religionskrieg
7. September 2012532274 Corriere della Sera Mailand
Der Geist von Diktatoren wie Nicolae Ceauşescu erwacht in den Reaktionen der europäischen Elite auf die Eurokrise zu neuem Leben. Dasselbe Misstrauen gegenüber der Demokratie, das früher die Schwellenländer oder die postkommunistischen Länder einschränkte, gewinnt heute in Europa an Boden.
Die Rumänen haben die Freizügigkeit, Informations- und Redefreiheit, aber verachten ihre eigene Sprache und Kultur, schreibt ein rumänischer Publizist. Wen wundert es, wenn der Analphabetismus alle Rekorde bricht?
Košice teilt sich 2013 mit Marseille den Titel der Kulturhauptstadt Europas. Die Abkürzung dafür lautet auf Slowakisch „Ehmk“ – was eher wie ein Seufzer als nach einem hochkarätigen Kulturereignis klingt, wie ein slowakischer Musikkritiker findet.
Drei Jahre Eurokrise, 2013 steht vor der Tür, und Sie haben immer noch Fragen? Dem Essayisten Hans Magnus Enzensberger geht es genauso. Der lautstarke Kritiker der Brüsseler Bürokraten hat sich zu einem Quiz inspirieren lassen — mit selbstverständlich gänzlich objektiver Fragestellung. Viel Spaß!
Dutzende von Journalisten versuchen in Europas Kraftwerk über das Treiben aller Institutionen zu berichten. Doch, wie ein australischer Neuling herausfand, bekommen sie zu viele Informationen in zu wenig Zeit, um zu verstehen, was eigentlich passiert.
Klatsch schlägt Kultur: In Hoffnung auf mehr Leser will schwedische Tageszeitung Svenska Dagbladet ihre Literaturseiten abspecken und dafür die Lifestyle-Rubrik erweitern. Welch eine Verarmung der Presse!, klagt einer der Kritiker, die dabei auf der Strecke blieben.
Mauscheleien zwischen Medien und Politikern schienen unter Präsident Sarkozy ungekannte Ausmaße angenommen zu haben. Doch anstatt die alten Gewohnheiten abzulegen, gibt sich der zurückhaltende Nachfolger Hollande damit zufrieden, die Medien in seiner Reichweite zu halten.
Sie war die Erfolgsstory des demokratischen Übergangs und das Aushängeschild der spanischen Presse. Doch heute verbucht die linksliberale Tageszeitung riesige Verluste. Die Krise wurde von der Unternehmensleitung verschlimmert, aber die will nicht die Verantwortung übernehmen.
Im Jahr 2013 wird der kroatische Staatschef viel zu tun haben: Am 1. Juli 2013 tritt sein Land der Europäischen Union bei. Der untypische Präsident wird also warten müssen, bevor er sich wieder ans Klavier setzen und seine Oper über John Lennon fertigstellen kann.
Die Europäische Union wurde ins Leben gerufen, um den gemeinsamen Werten der Europäer eine politische Form zu geben. Die Mitgliedstaaten trugen dazu bei, Macht und Kompetenzen anzuhäufen. Der irische Schriftsteller Colm Tóibín bemängelt, dass dies leider auf Kosten der Völker ging, deren Interessen sie eigentlich bewahren sollte.
Die Auszeichnung der EU mit dem Friedensnobelpreis wurde vielfach als Überraschung aufgefasst. Eine Reise durch die Ruinen des „europäischen Bürgerkriegs“ erklärt aber, warum die EU ihn verdient hat.
Wie baut man auf einer verlorenen industriellen Vergangenheit eine neue Identität auf? Man setze auf Kultur und Architektur und hoffe auf Touristen. Die schlesische Stadt tritt in Bilbaos Fußstapfen und wird im Januar ein verjüngtes Museum eröffnen.
Die „Financial Times Deutschland“ erscheint am 7. Dezember zum letzten Mal. Die „Frankfurter Rundschau“ ist insolvent. Dahinter steckt eine Entwicklung, die größer ist als das Internet, meint der Netz-Guru Sascha Lobo: Nachrichten werden zum Prozess. Der statische Artikel ist nicht mehr zeitgemäß.
Lordrichter Brian Leveson kritisiert die ethischen Standards der britischen Presse. Nach dem Abhörskandal bei News of the World müssen nun viele Journalisten mit strafrechtlichen Anklagen wegen Bestechung rechnen.
Das kleine Land sprengt heute durch gut gemachte Serien wie Borgen den Bildschirm. Ein Erfolg, der ein weltweit einzigartiges Produktionssystem auszeichnet: völlige Freiheit für die Drehbuchautoren.
Fehlte es der Europäischen Union nicht an Legitimität, so hätten die Europäer weniger Mühe damit, die von ihnen geforderten Opfer zu erbringen. Denn dann hätte sie das Gefühl, auch etwas für sich selbst zu tun.
Im Mittelalter gaben Krisen genau wie heute Anlass zu Mythen aller Art. Ebenso wie die Pest auf die Juden geschoben wurde, soll alles Unglück der Welt heute die Schuld Europas und der gemeinsamen Währung sein. Ein Gedanke, dem Wirtschaftswissenschaftler Tomáš Sedláček aktiv widerspricht.
Der alte Kontinent kämpft gleichzeitig gegen eine moderate Wirtschaftskrise, eine schwere politische Krise, eine dramatische Kulturkrise und eine vielleicht tödliche Geisteskrise, warnt der polnische Philosoph Marcin Król.
Die EU ist darauf aus, den zunehmend autoritären Führungsstil Viktor Orbáns in Ungarn bloßzustellen, doch drückt sie bezeichnenderweise ein Auge zu, wenn es um die Erosion der Pressefreiheit in Griechenland geht – dem Land, dem sie eine Flut von kontraproduktiven Sparmaßnahmen auferlegt hat.
2010 wurde die sogenannte Lagarde-Liste mit den Namen von über 2.000 griechischen Steuerflüchtlingen den Athener Behörden übergeben. Nichts geschah. Kostas Vaxevanis, Chef der Wochenzeitung Hot Doc, veröffentlichte schließlich die Liste — und wurde verhaftet. Für ihn ist seine Festnahme ein weiteres Symptom der griechischen Korruption.
Beim Anblick spanischer Demonstranten verfällt der italienische Schriftsteller Claudio Magris in tiefe Traurigkeit aus Sorge um die junge Generation. Das Mittel, um Selbstverwirklichung, Glück und Stabilität zu erreichen? Ein starkes Europa: dezentralisiert, föderalistisch und respektiert.
Wer heute für mehr Europa eintritt zieht sich den Zorn professionneller Reinheits-Demokraten zu, die ihm zudem den Nationalstaat als Idealmodell entgegen halten. Aber wollen wir ernsthaft in einem Super-Österreich leben?
Wir sollten uns nicht darauf verlassen, dass uns die EU-Politiker aus der Krise holen. Die Zukunft liegt in den Händen all jener jungen Menschen, die die Eliten vergessen haben, meint der polnische Philosoph Jarosław Makowski, während Brüssel gerade damit beschäftigt ist, Geld für das Studentenaustauschprogramm aufzutreiben, damit es trotz Haushaltskürzungen überleben kann.
Es gibt die Euro-Skeptiker, die Euro-Hasser, und dann sind da noch die Europhoriker. Letztere finden sich sowohl unter Intellektuellen wie auch Politikern und sind mindestens genauso gefährlich wie erstere. Denn sie missbrauchen die EU als Weltanschauung. Auszüge.
Der britische Premier gewährt den Schotten 2014 ein Unabhängigkeitsreferendum. Spanien schließt dies in Katalonien als verfassungswidrig aus. Der eine Entschluss ist politisch ausgereift, der andere wird die separatistischen Forderungen wahrscheinlich anstacheln.
Das Geld aus dem EU-Friedensnobelpreis sollte an Erasmus gehen. Das Studentenaustauschprogramm entfacht seit Jahrzehnten transnationale Liebe und erzeugt echte Europäer.
Unberührte Landschaften als Filmkulisse, Steuervorteile und kompetente Techniker... Belgien ist in nur wenigen Jahren ein beliebter Drehort für den europäischen Film geworden.
Mit Akronymen wie EFSF oder ESM und Mantras der Alternativlosigkeit wie „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“ hebelt die Politik Europas historische Demokratie aus. Damit wird sie nicht durchkommen, schreibt Hans Magnus Enzensberger.
EU-Politiker arbeiten derzeit emsig an einem neuen Projekt für die Gemeinschaft. Wenn sie aber die Erfahrung der zurückgewiesenen Verfassung im Jahr 2005 nicht wiederholen wollen, sollten sie sich am südafrikanische Modell nach Abschaffung der Apartheid orientieren, schreiben zwei Professoren.
Für den französischen Philosophen Bernard-Henri Lévy hat Europa keine andere Wahl als das Voranschreiten bis zur politischen Union. Sonst ist der Euro zum Tod verurteilt.
Selten bekam Satire so viel Aufmerksamkeit. Schade nur, dass sie ausgerechnet jetzt so schlecht ist wie selten zuvor. Ob Charlie Hebdo in Frankreich oder Titanic in Deutschland, man langweilt uns mit religiöser Schamverletzung statt politischer Satire.
Damit Europa auch auf der internationale Szene Ohr findet, sollten seine Politiker einen direkteren und unverblümteren Ton anschlagen. Eine Reihe ungestümer junger Außenminister wie Radoslaw Sikorski aus Polen oder Alexander Stubb aus Finnland scheinen es sich in den Kopf gesetzt zu haben, das diplomatische Image des Alten Kontinents gründlich aufzupolieren.
Europa, das sind Macht und Märkte? — Von der sozio-kulturellen Dimension unseres Kontinents ist bei Europa-Debatten so gut wie nie die Rede, weswegen sie den Kern der Frage oft verfehlen. Ein niederländischer Soziologe ruft die Politiker dazu auf, den Bürgern besser zuzuhören.
Die führenden EU-Politiker und EU-Regierungen planen eifrig die Zukunft der EU. Doch diese Fantasien der Variante „mehr Europa“ vergessen eines: Die Krise der Eurozone, die im tatsächlichen Leben stattfindet, so schreibt Charlemagne im Economist.
Welches Europa ist unser Europa? Wie sehen und erleben wir es? Wir leben alle in demselben Raum, aber wir sehen ihn nicht auf dieselbe Weise. Diese Feststellung sticht in der Ausstellung European Photo Exhibition Award ins Auge, die bis 18. November in Paris in der Stiftung Calouste Gulbenkian läuft.
Eine Krise ist ein guter Zeitpunkt für eine Gewissensfrage. Wenn morgen in Europa Krieg ausbräche, wäre dann irgendjemand bereit, für die Ideen von Schumans und Monnets Gemeinschaftsmethode zu sterben?
Mit einem Stück über osteuropäische Migranten will ein Theatermacher aus einem südniederländischen Dorf, in dem 3000 Osteuropäer leben, dafür sorgen, dass die alteingesessenen Dorfbewohner und die Zuwanderer nicht mehr aneinander vorbei leben.
Seit Monaten erwägen Griechen und Deutsche die Möglichkeit, Athen könne aus dem Euro austreten. Doch diese Diskussion unterstellt, dass es außerhalb der gemeinsamen Währung gar keine EU gibt. Eine solche Einstellung begünstigt Spaltung und gegenseitige Verachtung, wie der griechische Autor Petros Markaris ausführt.
Die Gegenüberstellung der „tugendhaften“ Länder des Nordens und der „verschwenderischen“ im Süden erinnert an den Bruch zwischen den strengen und enthaltsamen Protestanten und den Katholiken, die schnell bereit sind, sich ihre Wirtschaftssünden verzeihen zu lassen, meint ein italienischer Leitartikler und exzellenter Vatikan-Kenner.