Ideen
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Eurozone: Europa braucht einen Martin Luther
17. Mai 201318087 La Repubblica Rom -
Europäische Union : „Europa mit links“
16. Mai 2013593PresseuropDie Tageszeitung -
Europatag : Das europäische Projekt ist gescheitert
9. Mai 2013129789 Il Sole-24 Ore Mailand -
Europatag: Die Staaten blockieren den Aufstieg
9. Mai 2013322133 Il Sole-24 Ore Mailand -
Kultur: „200 Jahre Kierkegaard, Philosoph der Freiheit”
3. Mai 20132625PresseuropDe Groene Amsterdammer -
Demokratie: Mehr Schweiz wagen!
1. Mai 201385842 Frankfurter Allgemeine Zeitung Frankfurt -
Debatte: Die E-Demokratie ist nur der erste Schritt
16. April 201343826 La Stampa Turin -
Gesellschaft : Pulverfass Mittelschicht
10. April 2013325224 Wprost Warschau -
Demokratie: Für eine europäische Republik
5. April 20131255299 Frankfurter Allgemeine Zeitung Frankfurt -
Debatte: Ein „lateinisches Reich“ gegen die deutsche Übermacht
26. März 20133093491 Libération Paris -
Europäische Union: Zeit für neue Wege
25. März 201334590 La Repubblica Rom -
Europäische Union: Das Problem mit Deutschland
15. März 2013310270PresseuropNew Statesman, The Daily Mail -
Europäische Institutionen: Große Ideen, leere Worte
15. März 201318525 Revue Politika Brünn -
Debatte: Europa hat seine Bürger verloren
11. März 201380698 El País Madrid -
Debatte: Wir, das verlorene europäische Volk
6. März 2013583215 The New York Times New York -
Debatte : Populismus nach Grillos Art
4. März 201322417 De Morgen Brüssel -
Benedikt XVI.: „Amen“
28. Februar 2013148PresseuropFrankfurter Rundschau -
Vatikan: Benedikt XVI.: „Ich verlasse das Boot Petri“
12. Februar 20132PresseuropGazeta Wyborcza -
Vatikan: „Der leere Stuhl... Wer wird Nachfolger von Papst Benedikt XVI.?“
12. Februar 2013177PresseuropThe Irish News -
Vatican: „Papst-Abschied vor einem Jahr beschlossen“
12. Februar 2013222PresseuropLa Stampa -
Vatikan: „Keine Kraft mehr!“
12. Februar 20131520PresseuropBild -
Europäische Union: Das ist eine Demokratie-Krise
25. Januar 201359969 The Guardian London -
Estland: Bürger machen Gesetze
8. Januar 20134822PresseuropPostimees, Eesti Päevaleht -
Neujahrs-Quiz : 40 knifflige Fragen zu Europa
31. Dezember 201284955 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Frankfurt -
Europäische Union : Steht Europa Kopf?
18. Dezember 201238028 Dagens Nyheter Stockholm -
Europäische Union: Ein Preis für verschwundene Grenzen
10. Dezember 201242031 El País Madrid -
Sparpolitik: Ohne Hoffnung keine Opfer!
16. November 2012286141 Project Syndicate Prag -
Schuldenkrise: Die Pest der Gemeinplätze
14. November 201218415 Hospodářské noviny Prag -
Debatten: Die Bewahrung des europäischen Wunders
13. November 201229465 Dagens Arena Stockholm -
Debatte: Das ganze Unheil Europas
12. November 201216314 Polska The Times Warschau -
Debatte: Bundesstaat Europa — und das Leben macht wieder Sinn
29. Oktober 201230544 Corriere della Sera Mailand -
Debatte: Verschont uns mit eurem Nationalstaat
25. Oktober 201219285 Der Spiegel Hamburg -
Debatte: Generation Erasmus: Europas letzte Hoffnung
24. Oktober 2012220672 Gazeta Wyborcza Warschau -
Debatte: Staatenbund, ja, aber was für einen?
23. Oktober 201222469 Respekt Prag -
Debatte: Europhoriker, unsere gefährlichsten Freunde
22. Oktober 201236522 Die Zeit Hamburg -
Debatte: Europas Zukunft liegt im Süden
18. Oktober 201260186 Financial Times Deutschland Hamburg -
Katalonien-Schottland: Die verbotenen Früchte der Unabhängigkeit
16. Oktober 201246649 Financial Times London -
Friedensnobelpreis: Ein Preisgeld für Erasmus
15. Oktober 2012262348 The Guardian London -
Debatte: Die politische Enteignung der Europäer
12. Oktober 2012153152 Der Hauptstadtbrief Berlin -
Debatte: Europas Verfassung für das 21. Jahrhundert
5. Oktober 201219957 The Guardian London -
Eurokrise: Deutsche Einheit, unser Sündenfall
3. Oktober 2012595153 Der Spiegel Hamburg -
Eurokrise: Bund oder Tod!
28. September 2012760194 Le Point Paris -
Debatte: Wenn Satire nicht mehr zündet
28. September 20128915 Süddeutsche Zeitung München -
Debatte: Die hemmungslosen Diplomaten
28. September 201213511 El País Madrid -
Europäische Integration: Europa ist mehr als Macht und Märkte
26. September 201219863 NRC Handelsblad Amsterdam -
Europäische Integration: SimEuropa ist kein Spiel
24. September 201210915 The Economist London -
Debatte: Glauben wir an die EU?
21. September 201228592 Gazeta Wyborcza Warschau -
Debatte: Die Eurozone wertet Europa ab
11. September 2012198118 Ta Nea Athen -
Eurokrise: Ein neuer Religionskrieg
7. September 2012530274 Corriere della Sera Mailand -
Europäische Union : Reformen? Ja, aber bitte nicht so schnell!
6. September 201210734 Süddeutsche Zeitung München
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Die EU wird zur verdorbenen Kirche, in der Deutschland mit dogmatischer Orthodoxie im Wirtschaftsbereich den Ton angibt. Die Politik muss durch ein protestantisches Schisma von der Basis aus die Kontrolle zurückerlangen, fordert Repubblica-Leitartiklerin Barbara Spinelli.
Die Europäische Union begründet sich auf wirtschaftliche, politische und geopolitische Kriterien, nach denen man sie auch beurteilen sollte. Das Urteil des englischen Historikers Niall Ferguson ist gnadenlos.
Für den Leiter der Zeit, Josef Joffe, wurde das Experiment Europa mitten in seinem Elan gestoppt, weil die Mitgliedsstaaten nicht bereit sind, auf ihre Souveränität zu verzichten.
Direkte Demokratie täte auch der EU gut. In der Schweiz zeigt sich, dass der Staat schlanker und die Verschuldung geringer ist, je mehr die Bürger direkt über die Politik entscheiden und sie kontrollieren können. Aber ein EU-weites Referendum über Eurobonds ginge nicht.
Angesichts der Krise der Parteien, werden immer mehr Stimmen laut, die wie die 5-Sterne-Bewegung in Italien die Einführung der E-Demokratie fordern. Repräsentative Demokratie und direkte Bürgerbeteiligung schließen sich jedoch nicht aus, sondern ergänzen einander.
Unsere Politiker haben noch nicht realisiert, dass sie auf einem Pulverfass sitzen, warnt der polnische Philosoph Marcin Król. Denn die Mittelschicht, der man jegliche Aussicht auf sozialen Aufstieg verweigert, könnte als letzten Ausweg die Revolution wählen, um sich Gehör zu verschaffen.
Ob Politiker oder Bürger: die Pragmatiker haben es nicht vermocht, ein prosperierendes und gänzlich demokratisches Europa aufzubauen. Heute brauchen wir Träumer, die die eigentlichen Realisten Europas sind, meinen die Politologin Ulrike Guérot und der Schriftsteller Robert Menasse.
Der italienische Philosoph Giorgio Agamben beruft sich erneut die Idee einer Union der südlichen EU-Ländern, wie sie schon Alexandre Kojève 1945 vorgedacht hatte. So könnte auch die Übermacht des in der EU politisch dominanten Deutschlands ausgeglichen werden.
Die Krise der Institutionen und der europäischen Demokratie veranlasst die Staats- und Regierungschefs im Namen der Regierbarkeit zu großer Vorsicht. Aber wäre es nicht besser, vor allem bürgerfreundlichere Beteiligungsformen zu erwägen?
Jahr für Jahr produziert die Europäische Union tausende Seiten Berichte, Reden und Gesetzestexte, die eigentlich das europäische Projekt tragen sollten. Allen Texten ist eines gemeinsam: Sie sind in einer pompösen und körperlosen Sprache geschrieben, die eher eines dogmatischen Regimes würdig sei, bedauert ein tschechischer Politologe.
Das Eurobarometer zeigt, was die Wahlergebnisse in den einzelnen Euro-Ländern nur Stück für Stück verraten haben: die Krise hat das Vetrauen in die EU zerstört. Nach dem Euro, muss jetzt das Vetrauen Europas gerettet werden. Am besten vor den Wahlen 2014
Mehr Europa könnte unserem Kontinent aus der Krise heraushelfen, doch wir müssten dann immer noch die Europäer erschaffen. Wir müssen Bildung, kulturellen Austausch und politische Initiativen fördern, um den Sinn für ein gemeinsames Schicksal zurückzuerlangen, der uns im letzten Jahrhundert abhanden gekommen ist, meint der französische Journalist Olivier Guez.
Der große Sieger der italienischen Wahlen wird oft als Populist bezeichnet. Doch in Europa deckt diese doch sehr vage politische Kategorie höchst unterschiedliche Profile ab, wie der belgische Historiker Marnix Beyen in Erinnerung ruft.
Der Geist von Diktatoren wie Nicolae Ceauşescu erwacht in den Reaktionen der europäischen Elite auf die Eurokrise zu neuem Leben. Dasselbe Misstrauen gegenüber der Demokratie, das früher die Schwellenländer oder die postkommunistischen Länder einschränkte, gewinnt heute in Europa an Boden.
Drei Jahre Eurokrise, 2013 steht vor der Tür, und Sie haben immer noch Fragen? Dem Essayisten Hans Magnus Enzensberger geht es genauso. Der lautstarke Kritiker der Brüsseler Bürokraten hat sich zu einem Quiz inspirieren lassen — mit selbstverständlich gänzlich objektiver Fragestellung. Viel Spaß!
Die Europäische Union wurde ins Leben gerufen, um den gemeinsamen Werten der Europäer eine politische Form zu geben. Die Mitgliedstaaten trugen dazu bei, Macht und Kompetenzen anzuhäufen. Der irische Schriftsteller Colm Tóibín bemängelt, dass dies leider auf Kosten der Völker ging, deren Interessen sie eigentlich bewahren sollte.
Die Auszeichnung der EU mit dem Friedensnobelpreis wurde vielfach als Überraschung aufgefasst. Eine Reise durch die Ruinen des „europäischen Bürgerkriegs“ erklärt aber, warum die EU ihn verdient hat.
Fehlte es der Europäischen Union nicht an Legitimität, so hätten die Europäer weniger Mühe damit, die von ihnen geforderten Opfer zu erbringen. Denn dann hätte sie das Gefühl, auch etwas für sich selbst zu tun.
Im Mittelalter gaben Krisen genau wie heute Anlass zu Mythen aller Art. Ebenso wie die Pest auf die Juden geschoben wurde, soll alles Unglück der Welt heute die Schuld Europas und der gemeinsamen Währung sein. Ein Gedanke, dem Wirtschaftswissenschaftler Tomáš Sedláček aktiv widerspricht.
Der alte Kontinent kämpft gleichzeitig gegen eine moderate Wirtschaftskrise, eine schwere politische Krise, eine dramatische Kulturkrise und eine vielleicht tödliche Geisteskrise, warnt der polnische Philosoph Marcin Król.
Beim Anblick spanischer Demonstranten verfällt der italienische Schriftsteller Claudio Magris in tiefe Traurigkeit aus Sorge um die junge Generation. Das Mittel, um Selbstverwirklichung, Glück und Stabilität zu erreichen? Ein starkes Europa: dezentralisiert, föderalistisch und respektiert.
Wer heute für mehr Europa eintritt zieht sich den Zorn professionneller Reinheits-Demokraten zu, die ihm zudem den Nationalstaat als Idealmodell entgegen halten. Aber wollen wir ernsthaft in einem Super-Österreich leben?
Wir sollten uns nicht darauf verlassen, dass uns die EU-Politiker aus der Krise holen. Die Zukunft liegt in den Händen all jener jungen Menschen, die die Eliten vergessen haben, meint der polnische Philosoph Jarosław Makowski, während Brüssel gerade damit beschäftigt ist, Geld für das Studentenaustauschprogramm aufzutreiben, damit es trotz Haushaltskürzungen überleben kann.
Es gibt die Euro-Skeptiker, die Euro-Hasser, und dann sind da noch die Europhoriker. Letztere finden sich sowohl unter Intellektuellen wie auch Politikern und sind mindestens genauso gefährlich wie erstere. Denn sie missbrauchen die EU als Weltanschauung. Auszüge.
Der britische Premier gewährt den Schotten 2014 ein Unabhängigkeitsreferendum. Spanien schließt dies in Katalonien als verfassungswidrig aus. Der eine Entschluss ist politisch ausgereift, der andere wird die separatistischen Forderungen wahrscheinlich anstacheln.
Das Geld aus dem EU-Friedensnobelpreis sollte an Erasmus gehen. Das Studentenaustauschprogramm entfacht seit Jahrzehnten transnationale Liebe und erzeugt echte Europäer.
Mit Akronymen wie EFSF oder ESM und Mantras der Alternativlosigkeit wie „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“ hebelt die Politik Europas historische Demokratie aus. Damit wird sie nicht durchkommen, schreibt Hans Magnus Enzensberger.
EU-Politiker arbeiten derzeit emsig an einem neuen Projekt für die Gemeinschaft. Wenn sie aber die Erfahrung der zurückgewiesenen Verfassung im Jahr 2005 nicht wiederholen wollen, sollten sie sich am südafrikanische Modell nach Abschaffung der Apartheid orientieren, schreiben zwei Professoren.
Für den französischen Philosophen Bernard-Henri Lévy hat Europa keine andere Wahl als das Voranschreiten bis zur politischen Union. Sonst ist der Euro zum Tod verurteilt.
Selten bekam Satire so viel Aufmerksamkeit. Schade nur, dass sie ausgerechnet jetzt so schlecht ist wie selten zuvor. Ob Charlie Hebdo in Frankreich oder Titanic in Deutschland, man langweilt uns mit religiöser Schamverletzung statt politischer Satire.
Damit Europa auch auf der internationale Szene Ohr findet, sollten seine Politiker einen direkteren und unverblümteren Ton anschlagen. Eine Reihe ungestümer junger Außenminister wie Radoslaw Sikorski aus Polen oder Alexander Stubb aus Finnland scheinen es sich in den Kopf gesetzt zu haben, das diplomatische Image des Alten Kontinents gründlich aufzupolieren.
Europa, das sind Macht und Märkte? — Von der sozio-kulturellen Dimension unseres Kontinents ist bei Europa-Debatten so gut wie nie die Rede, weswegen sie den Kern der Frage oft verfehlen. Ein niederländischer Soziologe ruft die Politiker dazu auf, den Bürgern besser zuzuhören.
Die führenden EU-Politiker und EU-Regierungen planen eifrig die Zukunft der EU. Doch diese Fantasien der Variante „mehr Europa“ vergessen eines: Die Krise der Eurozone, die im tatsächlichen Leben stattfindet, so schreibt Charlemagne im Economist.
Eine Krise ist ein guter Zeitpunkt für eine Gewissensfrage. Wenn morgen in Europa Krieg ausbräche, wäre dann irgendjemand bereit, für die Ideen von Schumans und Monnets Gemeinschaftsmethode zu sterben?
Seit Monaten erwägen Griechen und Deutsche die Möglichkeit, Athen könne aus dem Euro austreten. Doch diese Diskussion unterstellt, dass es außerhalb der gemeinsamen Währung gar keine EU gibt. Eine solche Einstellung begünstigt Spaltung und gegenseitige Verachtung, wie der griechische Autor Petros Markaris ausführt.
Die Gegenüberstellung der „tugendhaften“ Länder des Nordens und der „verschwenderischen“ im Süden erinnert an den Bruch zwischen den strengen und enthaltsamen Protestanten und den Katholiken, die schnell bereit sind, sich ihre Wirtschaftssünden verzeihen zu lassen, meint ein italienischer Leitartikler und exzellenter Vatikan-Kenner.
Schuldenunion? Bankenunion? Politische Union? Von überall her kommen Veränderungsvorschläge, um die politische und wirtschaftliche Krise in Europa zu lösen. Aber die Europäer scheinen nicht bereit dazu, einen Schritt in Richtung Integration zu gehen.